Universität Bonn

Botanische Gärten

Wegenamen

In den Bonner Botanischen Gärten haben viele bedeutende Persönlichkeiten gewirkt. Damit ihr Gestaltungswille, ihre Forschungen und  Entdeckungen nicht vergessen werden, sind die Wege im Schlossgarten nach ihnen benannt.

Barthlott-Weg

Wilhelm Barthlott (geboren 1946 in Forst, Baden-Württemberg) war von 1985 bis 2011 Professor am Botanischen Institut und Direktor der Botanischen Gärten. 2003 war er Gründungsdirektor des Nees-Institutes für Biodiversität der Pflanzen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Weltweit bekannt wurde er durch die Entdeckung des Lotus-Effektes® und des Salvinia®-Effektes. Für seine Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher, Leopoldina in Halle, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Düsseldorf.

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Lotus (Nelumbo nucifera) © U. Sobick

Beissner-Ring
Ludwig Beissner (1843-1927) war 1887 bis 1913 Garteninspektor in Bonn. Er war ein hochgeschätzter Dendrologe, dessen Handbücher, "Handbuch der Laubholzkunde" und besonders das "Handbuch der Nadelholzkunde" (drei Auflagen), lange Zeit als führend galten. Er legte durch seine Anpflanzungen, vornehmlich 1890, die Grundlage für den heutigen Altbestand im Arboretum.

Bouché-Ring
Julius Bouché (1846-1922) war von 1871 bis 1888 Garteninspektor. Er leitete den Ausbau und die Erweiterung der Gewächshäuser und gab 1886 das Handbuch "Bau und Einrichtung von Gewächshäusern" heraus.

Brandis-Weg
Dietrich Brandis (1824-1907) war kurzfristig mit der wissenschaftlichen Betreuung des Gartens betraut. Er ging bald in englische Dienste und wurde Generalinspekteur der Indischen Forstbehörden. Sein Enkel Henning Brandis ist Gründungsmitglied des Freundeskreises des Botanischen Gartens und war bis 1996 dessen Vorsitzender.

Ferdinand -Weg
Kurfürst Ferdinand (1577-1650) war von 1612 bis 1650 Kurfürst und Erzbischof von Köln. Er legte gegen Ende seiner Regierungszeit einen neuen Lustgarten auf dem Gelände des heutigen Botanischen Gartens an.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Clemens August Erzbischof und Kurfürst von Köln © Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Georges Desmarées um 1745 (Stadtmuseum Bonn)

Clemens-August-Weg

Kurfürst Clemens-August (1700-1761) war von 1723 an Erzbischof von Köln und Kurfürst der Heiligen Römischen Reiches. Er residierte in Bonn. Das Lustschloss Clemensruh in Poppelsdorf und seinen Garten erfüllte er mit höfischem Glanz und Leben. Als Verbindung von seiner Residenz zum Schloss Clemensruh ließ er die Poppelsdorfer Allee anpflanzen.

Fitting-Weg
Hans Fitting (1877-1970) war 30 Jahre lang als Garten-Direktor tätig. In seiner Amtszeit wurde die zweite große Gehölzanpflanzung (1927-1930) realisiert.

Hanstein-Weg
Johannes von Hanstein (1822-1880) war ab 1867 Direktor. In seiner Ära wurde von 1873 bis 1880 die Gewächshausanlage neu errichtet und auf 1.100 qm erweitert. 1878 wurde das Inspektorenhaus gebaut. Der Garten wurde in Richtung Venusbergweg erweitert und verschiedene Abteilungen (z. B. die Systematische Abteilung) wurden modernisiert.

Joseph-Clemens-Ufer
Kurfürst Joseph-Clemens (1671-1723) begann 1714 mit dem Neubau des Schlosses in Poppelsdorf. Bei seinem Tode war allerdings nur die barocke Gartenanlage fertiggestellt, die in wesentlichen Zügen auch heute noch im Garten erkennbar ist.

Karsten-Schenck-Weg
Georg Henry Karsten (1863-1937) und Heinrich Schenck (1860-1927), die Begründer der berühmten "Vegetationsbilder", arbeiteten einige Jahre am Botanischen Institut.

Koernicke-Weg

Friedrich August Koernicke war von 1867 bis 1898 Ordinarius für Botanik an der "Königlich höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt Bonn-Poppelsdorf". Sein Sohn und Nachfolger  Max Koernicke (1874-1955) war ebenfalls 31 Jahre Ordinarius an der landwirtschaftlichen Lehranstalt. Er hat auf vielen Expeditionen zahlreiche Pflanzen auch für den Botanischen Garten gesammelt.

Einer seiner aufregendsten Funde war die Titanenwurz, Amorphophallus titanum, die auf diese Weise zum ersten Male in den Botanischen Garten gelangte und dort auch blühte.

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Früchte der Titanenwurz (Amorphophallus titanum) © W. Lobin / Universität Bonn

Lenné-Weg
Peter Joseph Lenné d. J. (1789-1866), Sohn des kurfürstlichen Hofgärtners, in Bonn geboren und in Poppelsdorf ausgebildet, war der bedeutendste Gartenarchitekt seiner Zeit. Als preußischer General-Gartendirektor schuf er fast alle bedeutenden Gartenanlagen in Preußen.

Maximilian-Heinrich-Weg
Kurfürst Maximilian-Heinrich (1650-1688) gestaltete den Lustgarten in Poppelsdorf zu einem der glanzvollsten damaligen Gärten um.

Nees-Weg
Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776-1858) baute als erster Gartendirektor von 1818-1829 den neugegründeten Botanischen Garten der Universität auf. Einige grundlegende Monographien erschienen in seiner Bonner Zeit, in der zahlreiche neue Arten aus dem Botanischen Garten beschrieben wurden. Sein jüngerer Bruder Theodor Friedrich Ludwig Nees von Esenbeck führte die Arbeiten in Bonn fort. Gleichzeitig vertrat er das Fach "Pharmazie". In der Amtszeit des Nachfolgers von C. G. D. Nees von Esenbeck, L. C. Treviranus, wurde T. F. L. Nees von Esenbeck als Mit-Direktor berufen.

Paul-Weg
Heinz Paul (1908-1980) wurde 1947 Gartenkustos. Er konzipierte und baute den durch den Krieg zerstörten Garten zusammen mit Walter Schumacher neu auf.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Schematische Darstellung der Pfefferschen Zelle © gemeinfrei / Wikimedia.org

Pfeffer-Weg

Wilhelm Pfeffer (1845-1920), einer der bedeutendsten Pflanzenphysiologen, wirkte in Bonn als Kustos von 1874 bis 1877.  Er entwickelte einen Apparat zur Messung des Drucks in wässrigen Lösungen, die Pfeffersche Zelle. 1877 erschien dazu seine Arbeit "Osmotische Untersuchungen".  

Regel-Weg
Eduard Regel (1815-1892) begann 1837 als Gartengehilfe. Er wurde in Poppelsdorf zum Gärtner ausgebildet, studierte später Botanik und wurde in Zürich promoviert und habilitiert. 1855 ging er als Direktor des Kaiserlichen Botanischen Gartens nach Petersburg. Dort wurde er geadelt. Er hat zahlreiche grundlegende Arbeiten veröffentlicht und viele neue Arten beschrieben. An seine Bonner Zeit erinnert die 1841 zusammen mit J. J. Schmitz  publizierte "Flora Bonnensis".

Sachs-Ring
Julius von Sachs (1832-1897) war von 1861 bis 1867 Ordinarius an der "Königlich höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt" und einer der bedeutendsten Physiologen seiner Zeit.

Schimper-Weg
Andreas Franz Wilhelm Schimper (1856-1901) war von 1883 bis 1899 Kustos in Bonn, sein wichtigstes Werk "Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage" erschien noch während seiner Bonner Zeit.

Schumacher-Weg
Walter Schumacher (1901-1976) wurde 1947 als Direktor des Botanischen Instituts und des Botanischen Gartens berufen. Zusammen mit Heinz Paul baute er den im Krieg völlig zerstörten Garten wieder auf.

Sinning-Weg

Wilhelm Sinning (1788-1874) war von 1818 bis 1871 – also über 50 Jahre – im Botanischen Garten als Inspektor tätig. Er vertrat außerdem das Fach Botanik an der neugegründeten "Königlich höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt". 1819 begann er mit dem Bau der ersten Gewächshäuser.

Mit dem Gattungsnamen "Sinningia" ehrte Nees von Esenbeck seinen engen Mitarbeiter Wilhelm Sinning.

Sinningia helleri
Sinningia helleri © Handcolorierter Stich, 1831 veröffentlicht von Nees von Esenbeck und W. Sinning in "Sammlung Schönblühender Gewächse für Blumen und Gartenfreunde"

Strasburger-Weg
Eduard Strasburger (1844-1912) ist wohl einer der bedeutendsten Botaniker, die in Bonn wirkten. Sein "Lehrbuch der Botanik für Hochschulen" kennt auch heute noch jeder Student. Er erweiterte während seiner Dienstzeit das Gartengelände. Die systematische Abteilung wurde vollständig neu gestaltet.

Vogel-Weg
Theodor Vogel (1812-1841) wirkte als Nachfolger von Theodor Friedrich Ludwig Nees nur kurze Zeit (1839) in Bonn. Um an einer Expedition zur Erforschung des Niger teilnehmen zu können, ließ er sich in Bonn beurlauben. Er starb auf Fernando Po, seine Sammlungen und Aufzeichnungen, bildeten jedoch die Grundlage von W. J. Hookers "Flora Nigritiana".

Weyhe-Weg
Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846) begann seine Karriere im Botanischen Garten. Er lernte bei seinem Vater, dem Lustgärtner Josef Clemens Weyhe und seinem Onkel, Peter Josef Lenné d. Ä. Er ging später als Berater nach Düsseldorf; zahlreiche Gartenanlagen im Rheinland zeigen seine Handschrift.

Winter-Weg
Ludwig Winter (1846-1912) wurde in Bonn ausgebildet. Er wurde dann an die italienische Riviera berufen, wo er den Botanischen Garten Hanbury anlegte. 1873 legte er mit der ersten Blumenanzucht den Grundstein für die heute so bedeutende Blumenzucht an der Riviera (Blumenriviera).

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