Universität Bonn

Botanische Gärten

Monsunhaus

Um im Monsunklima wachsen zu können, müssen die Pflanzen lange Dürreperioden und starken Regen aushalten. Viele Pflanzen blühen am Ende der Trockenzeit, so dass ihre Früchte rechtzeitig zur Regenzeit reifen und die Samen gute Bedingungen zum Keimen haben. 

Zu sehen sind unterschiedliche Arten aus der großen Sammlung der Titanwurzpflanze2n2, von denen insgesamt 34 Arten in den Botanischen Gärten in Kultur sind. Sie sind in Größe und Aussehen sehr verschieden, aber allen gemeinsam ist der Geruch, mit dem sie die Bestäuber anlocken.  

Gesneriengewächse gehören zu einer sehr großen Pflanzenfamilie, die mehr als 150 Gattungen mit mehr als 3.500 Arten umfasst. Sie sind weit verbreitet. Wir kennen die Sorten einiger Arten als Zierpflanzen, wie das Usambaraveilchen und die Gloxinie.

Auch Vertreter aus der großen Familie der Palmfarne, weitläufige Verwandte der Nadelbäume, die zu den Nacktsamern (Gymnospermen) gehören, leben im Monsunhaus.

Schatz im Monsunhaus: Sinningia helleri

Sinningia helleri wurde 1825 von Nees von Esenbeck 3erstmalig beschrieben. Er gab der Pflanze den Namen Sinningia zu Ehren seines Obergärtners Wilhelm Sinning, mit dem zusammen er den Botanischen Garten in Bonn aufgebaut hat. Mit dem Zusatz „helleri“ dankte er dem Hofgärtner Heller aus Würzburg, von dem er die Pflanze 1824 bekommen hatte.

Urprünglich kommt Sinningia aus den Küstenregenwäldern Brasiliens.  Weil sie so schön blüht, wurde sie relativ schnell kultiviert. Seit 1909 aber fand Sinningia helleri keinerlei Erwähnung mehr, weder in Europa noch in ihrer Heimat Brasilien. Man nahm an, sie sei ausgestorben. 2015 wurde in Brasilien eine kleine Population wieder entdeckt. Ein bedeutsames Ereignis, denn diese seltene Art ist die Referenzart, die Typusart, der Gattung Sinningia.

2018 gelang es den Bonner Botanischen Gärten ein Exemplar dieser mit ihnen so eng verbundenen Pflanze zu bekommen und Samen zu ernten. So gibt es hier neue Pflanzen, während sie am Originalstandort Brasilien offenbar endgültig ausgestorben sind.

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Sinningia helleri © C. Löhne / Universität Bonn
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