Themenführungen
Vom Beginn der Keimung an, die mit dem Austreiben von Wurzeln ins Erdreich einhergeht, müssen sich Pflanzen mit den Gegebenheiten an diesem Ort über Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte „arrangieren“, um an genau dieser Stelle zu gedeihen und sich fortpflanzen zu können. Sie müssen im Verlauf ihres Lebenszyklus eine Vielzahl unterschiedlichster Umwelteinflüsse wahrnehmen, verarbeiten und Probleme lösen. Dieser Umstand setzt Eigenschaften und Fähigkeiten voraus, die als Kriterien von Intelligenz angesehen werden können.
Winter und Farben im Botanischen Garten? Passt das zusammen? Lassen Sie sich überraschen. Entdecken Sie während unserer Führung Blüten, Knospen, Früchte und andere versteckte Farben obwohl die Natur noch ruht.
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Die weltweite Siegeszug der Blütenpflanzen ab der Kreidezeit hängt eng mit der Entstehung der verschiedenen Bestäubergruppen innerhalb der Insekten zusammen. Wie sahen ursprüngliche Blüten der Angiospermen aus, für welche Bestäuber "waren sie gemacht" und wie haben Sie sich weiterentwickelt? Diesen Fragen gehen wir in dieser Führung nach und Sie erhalten einen Einblick in die Evolution der Blütenpflanzen und ihrer Bestäuber.
Das flächendeckende Fichtensterben hat allen gezeigt, dass sich unsere Vegetation stark verändert: Überschwemmungen und Stürme, Trockenheit und Starkregen sind keine Jahrhundertereignisse mehr und zwingen uns dazu, die Veränderungen unseres Klimas anzuerkennen. Viele Pflanzen können sich an ihren bisherigen Standorten nicht mehr anpassen, und mit ihnen verschwinden und wandern auch die Lebewesen, die auf sie angewiesen sind. Einige der Veränderungen lassen sich gut an den neuen Anlagen im Botanischen Garten verfolgen, manche Pflanzen gedeihen nicht mehr - andere sind neu dazugekommen und überleben mit wenig Hilfe im Freiland.
Menschliches Handeln und Artenvielfalt werden oft als Gegensätze gedacht – wo der Mensch kommt, zerstört er die Natur. Dabei fördert menschliches Handeln oft auch die Artenvielfalt und ist für den Erhalt mancher Ökosysteme sogar notwendig. Ohne die Augen vor aktuellen Problemen zu verschließen, sieht man bei näherer Beschäftigung damit, dass ein verantwortungsvoller Umgang des Menschen mit seiner Umwelt möglich und historisch sogar meist der Normalfall war. Von tropischen Waldgärten bis zur rheinischen Kulturlandschaft wollen wir uns bei dieser Führung verschiedene menschengemachte Ökosysteme und deren erstaunliche Vielfalt angucken.
Nicht nur früher glaubte man an die magische Kraft einiger Pflanzen. In Ritualen eingesetzt konnten sie verzaubern, Glück bringen, Liebe und Gesundheit herbeirufen, unsichtbar machen, (Schadens-)Zauber abwehren, oder andere Dinge ermöglichen, die sonst nicht funktionierten. Bis heute werden Pflanzen mit "magischer" Wirkung verwendet - einige davon gibt es auch in den Botanischen Gärten.
Wie kommt der Baum auf das Dach? Pflanzen können nicht laufen und mussten daher Strategien erfinden, wie sie ihre Samen möglichst weit verbreiten. Ob durch den Wind, das Wasser oder durch Tiere - bei dieser Führung lernen wir die verschiedensten Ausbreitungsmöglichkeiten von Samen kennen.
Heute kennen wir kaum noch verschiedene Sorten von Obst und Gemüse. Eine Ausnahme stellen Äpfel dar, doch selbst hier kennen die wenigsten regionale Sorten wie den Rheinischen Krummstiel oder Namedeyer Gold. Aber was ist mit Gurken, Tomaten, Erbsen und weniger bekanntem Gemüse wie Rübstiel? Unser Nutzpflanzengarten bietet eine Reise in die Vergangenheit, als das Vorgebirge noch im ganzen Westen als Gemüseanbaugebiet bekannt war und die Vielfalt des rheinländischen Gemüsegartens einzigartige Sorten und lokale Kochrezepte beherbergte. Es zeigt sich nun auch mehr und mehr, dass diese Vielfalt nicht nur aus kulinarischer Sicht zu erhalten ist, sondern zur Resilienz gegenüber zunehmenden Problemen im Obst- und Gemüsebau beitragen kann. Kommen Sie mit in eine Zeit, in der es wieder Sorten wie Bonner Beste, Kleine Rheinländerin und Bonner Markt im Gemüsegarten gibt.
Von Steinzeitlichen Pflanzenjägerinnen über Hebammen, Heilerinnen und Hexen zu Frauen in der modernen Botanik. Diese Themenführung soll die sichtbar machen, die in der Vergangenheit meist unsichtbar blieben: Die Frauen mit Passion für die Pflanzenwelt. Als "Kräuterweiber" war ihr Rat willkommen, als Hexen wurden sie verfolgt. Ihr Interesse an der Botanik und Pflanzenjagd mussten sie gegen Widerstände oder gar als Mann verkleidet verfolgen. Zum Weltfrauentag können wir in dieser 1,5-stündigen Führung gemeinsam einen Blick über den Tellerrand der "üblichen Verdächtigen" in der Botanik wagen und Frauen mit enormem Wissensdurst und Mut kennenlernen.