Universität Bonn

Botanische Gärten

03. Juli 2026

Botanische Gärten von Oxford und Bonn erneuern Partnerschaftsvereinbarung Botanische Gärten von Oxford und Bonn erneuern Partnerschaftsvereinbarung

Wissenschaftlicher Zusammenarbeit, gärtnerischer Austausch und gelebte internationale Verständigung: Die Botanischen Gärten der Universitäten Oxford und Bonn vertiefen ihre langjährige Partnerschaft mit einer neuen Kooperationsvereinbarung. Das Memorandum of Understanding wurde am 30. Juni 2026 von den Leitungen beider Universitäten unterzeichnet und bildet die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit in der Forschung sowie gärtnerischer Ausbildung und Praxis.

Unterzeichnung des Memorandums of Understanding zwischen dem Botanischen Garten der Universität Oxford und den Botanischen Gärten der Universität Bonn
Unterzeichnung des Memorandums of Understanding zwischen dem Botanischen Garten der Universität Oxford und den Botanischen Gärten der Universität Bonn - im Bild: Prof. Dr. Maximilian Weigend (Direktor, Botanische Gärten der Uni Bonn), Prof. Dr. Walter Witke (Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Bonn), Prof. Dr. Simon Hiscock (Direktor, Botanischer Garten der Universität Oxford © C. Löhne / Universität Bonn
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Mit der Unterzeichnung eines neuen Memorandum of Understanding schlagen die Botanischen Gärten der Universitäten Oxford und Bonn ein weiteres Kapitel ihrer langjährigen Zusammenarbeit auf. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen eines Besuchs der Oxforder Gartenleitung mit Professor Simon Hiscock und Kurator Ben Jones in Bonn. Gastgeber war der Direktor der Botanischen Gärten der Universität Bonn, Professor Maximilian Weigend. Die Vereinbarung definiert die künftigen Schwerpunkte der Kooperation in Wissenschaft, Kultur, Ausbildung und Gartenpraxis.

Die Zusammenarbeit steht zugleich in der Tradition einer außergewöhnlichen Verbindung zwischen beiden Städten: Bonn und Oxford sind seit 1947 partnerschaftlich verbunden. Im kommenden Jahr, 2027, wird die Städtepartnerschaft ihr 80-jähriges Jubiläum feiern. Sie gilt als eine der ältesten deutsch-britischen Städtepartnerschaften der Nachkriegszeit und entstand aus dem Gedanken der Versöhnung und der internationalen Verständigung. Bis heute wird sie von zahlreichen Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern beider Städte mit Leben gefüllt. Die Vorbereitungen für das Jubiläum laufen bereits, daher nahm auch Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie teilweise an dem aktuellen Treffen teil.

Vor diesem Hintergrund arbeiten auch die Botanischen Gärten beider Universitäten seit vielen Jahren eng zusammen. Bereits seit 2011 besteht eine Kooperationsvereinbarung. Ein sichtbares Zeichen dieser Partnerschaft ist seit einigen Jahren das vom Freundeskreis der Botanischen Gärten Bonn e. V. geförderte Oxford-Stipendium. Es ermöglicht Auszubildenden der Botanischen Gärten Bonn einen mehrwöchigen Hospitationsaufenthalt in Oxford. Im Gegenzug besuchen Oxforder Gärtnerinnen und Gärtner regelmäßig die Botanischen Gärten Bonn, um die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und fachliche Erfahrungen auszutauschen. Auch in diesem Sommer wird erneut eine Gärtnerin aus Bonn nach Oxford reisen. 

Über die Fortsetzung dieses erfolgreichen Austauschprogramms freuen sich die Botanischen Gärten ganz besonders, denn gerade dieser unmittelbare Austausch zwischen den Menschen macht den besonderen Wert der Partnerschaft aus. Durch die Begegnung von Auszubildenden, Gärtnerinnen und Gärtnern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern leisten die Botanischen Gärten einen konkreten Beitrag zur Verständigung über nationale Grenzen hinweg und tragen die Idee der Städtepartnerschaft in den beruflichen Alltag hinein.

Im Zuge des aktuellen Treffens wurden auch einige konkrete Vorhaben für die nächste Phase der Zusammenarbeit geplant. So soll zum Beispiel gemeinsam ein Forschungsschwerpunkt auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzensammlungen und die gärtnerische Praxis gelegt werden. Eine Frage, die dabei im Mittelpunkt steht, ist zum Beispiel: welche Gehölze sind unter den aktuellen und zu erwartenden Klimabedingungen in unseren Gärten zukunftsfähig? Außerdem wollen sich beide Gärten noch stärker bei der Entwicklung der Pflanzensammlungen abstimmen und gezielt Pflanzenmaterial austauschen. Insbesondere an Vertretern der ursprünglichen Blütenpflanzen (basale Angiospermen) besteht bei beiden Gärten ein großes Interesse und bereits wertvolle Sammlungsbestände. Eine der am interessantesten Pflanzen der Bonner Botanischen Gärten ist zum Beispiel der neukaledonische Strauch Amborella trichopoda, der als ursprünglichste Blütenpflanze überhaupt gilt.

Professor Maximilian Weigend fasst das Zusammentreffen der letzten Tage wie folgt zusammen: „Botanische Gärten waren schon immer internationale Einrichtungen. Pflanzen kennen keine politischen Grenzen, und auch Wissenschaft und gärtnerisches Wissen profitieren vom Austausch über Ländergrenzen hinweg. Unsere Partnerschaft mit Oxford verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gelebter Völkerverständigung und eröffnet wertvolle Perspektiven für die nächste Generation von Gärtnerinnen, Gärtnern und Forschenden“.

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Oxford and Bonn Botanic Gardens Renew Partnership Agreement

Academic collaboration, horticultural exchange and practical international understanding: the Botanic Gardens of the Universities of Oxford and Bonn are strengthening their long-standing partnership with a new cooperation agreement. The Memorandum of Understanding was signed on 30 June 2026 by the leadership of both universities and botanic gardens, and forms the basis for further collaboration in research and horticultural practice and training.

With the signing of a new Memorandum of Understanding, the Botanic Gardens of the universities of Oxford and Bonn are opening a further chapter in their long-standing collaboration. The signing took place during a visit to Bonn by the Oxford Garden leadership, including Professor Simon Hiscock and Arboretum Curator Ben Jones. The host was the Director of the Botanic Gardens of the University of Bonn, Professor Maximilian Weigend. The agreement defines the future priorities of the cooperation in science, culture, education, and horticultural practice.

At the same time, the collaboration follows the tradition of an extraordinary connection between the two cities: Bonn and Oxford have been twinned since 1947. Next year, in 2027, the town twinning will celebrate its 80th anniversary. It is considered one of the oldest German-British town twinnings of the post-war era and arose from the idea of reconciliation and international understanding. To this day, it is brought to life by numerous institutions as well as citizens of both cities.

Against this background, the Botanic Gardens of both universities have also been working closely together for many years. A cooperation agreement has already been in place since 2011. For several years now, a visible sign of this partnership has been the Oxford Scholarship, funded by the Friends of the Bonn Botanic Gardens (Freundeskreis Botanische Gärten der Universität Bonn e.V.). It enables trainees from the Bonn to undertake a work placement of several weeks in Oxford. In return, Oxford horticultural apprentices regularly visit the Bonn Botanic Gardens to learn about the work of their colleagues and exchange professional experience. This summer, a young horticulturist from Bonn will once again travel to Oxford.

The Botanic Gardens are particularly delighted about the continuation of this successful exchange programme, as it is precisely this direct interaction between people that constitutes the special value of the partnership. Through the meetings of trainees, gardeners, and scientists, the Botanic Gardens make a tangible contribution to understanding across national borders and carry the idea of town twinning into everyday professional life.

In the course of the current meeting, several concrete projects were also planned for the next phase of the cooperation. For instance, a joint research focus is to be placed on the impacts of climate change on plant collections and horticultural practice. A central question in this regard is, for example: which woody plants are sustainable in our gardens under current and anticipated climate conditions? Furthermore, both gardens intend to coordinate the development of their plant collections even more closely and exchange plant material accordingly. Both gardens share a strong interest in representatives of the early-diverging flowering plants (basal angiosperms) and already possess valuable collection holdings. One of the most fascinating plants in Bonn, for example, is the New Caledonian shrub Amborella trichopoda, which is considered the earliest-diverging flowering plant.

Professor Maximilian Weigend summarises the meeting of the past few days as follows: ‘Botanic gardens have always been international institutions. Plants know no political borders, and both science and horticultural knowledge benefit from exchange across national frontiers. Our partnership with Oxford combines scientific excellence with active international understanding and opens up valuable perspectives for the next generation of gardeners and researchers.’

Treffen mit Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie im Rahmen des Besuchs der Oxforder Delegation
Treffen mit Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie im Rahmen des Besuchs der Oxforder Delegation - im Bild (von links nach rechts): Stefanie Wilberscheid (Gärtnerin, Botanische Gärten der Uni Bonn, wird Ende Juli im Rahmen des Austauschprogramms nach Oxford reisen), Markus Radscheit (Technischer Leiter, Botanische Gärten der Uni Bonn), Dr. Maria Hohn-Berghorn (Präsidentin des Freundeskreises Botanische Gärten der Uni Bonn e.V.), Nicole Bonnie (Bezirksbürgermeisterin Bonn), Prof. Dr. Simon Hiscock (Direktor, Botanischer Garten Oxford), Ben Jones (Kurator, Oxford), Christine Dölling (Stadt Bonn), Luisa Schuppler & Julian Hoppe (Gärtner*innen Botanische Gärten Bonn, ehemalige Oxford-Stipendiat*innen. © C. Löhne / Universität Bonn
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