Universität Bonn

Botanische Gärten

Farnhaus

In den Höhenlagen der Tropen und Subtropen ist es keinesfalls tropisch warm. Hier sind die Niederschläge extrem hoch und die Jahresmitteltemperatur beträgt in einer Meereshöhe von 2 500 Metern nur noch 16 Grad Celsius. Hier ist die Heimat der Baumfarne.

Bergregenwälder

Hier schwanken die Temperaturen nicht nur während des Jahres sondern auch am Tag deutlich. Die Luftfeuchtigkeit erreicht fast immer 90 Prozent. All dies bewirkt eine ganz charakteristische Ausbildung der Vegetation. Bäume werden nicht sehr hoch, die Baumfarne überwiegen.

Von diesen stattlichen und prachtvollen Farnen werden in den Botanischen Gärten der Universität Bonn sieben verschiedene Arten kultiviert (die Gattungen Cyathea und Dicksonia).

Der Australische Taschenfarn (Dicksonia antartica) wächst sehr langsam, höchstens 5 cm im Jahr. Seine Wedel werden 4 Meter lang. In den letzten Jahren wurde der Taschenfarn bei uns eine beliebte Zierpflanze. Weil er so langsam wächst, lohnt es sich nicht,  ihn zu vermehren. Er wurde einfach in den Wäldern ausgegraben. Das führte dazu, dass er heute an manchen Standorten gefährdet ist.

Die Baumfarne bieten vielen Epiphytenarten (Aufsitzerpflanzen) einen Platz am Licht.

Australischer Taschenfarn (Dicksonia antarctica)
Australischer Taschenfarn (Dicksonia antarctica) © I. Fuchs
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Amborella trichopoda © C. Löhne / Universität Bonn

Botanische Rarität 

Amborella trichopoda ist eine unscheinbare Pflanze. Ihre Blüten sind klein  und bestehen nur aus einigen, spiralig angeordneten Staubgefäßen oder Fruchtblättern. Sie wächst nur in Neukaledonien in feuchten, schattigen Bergwäldern. Durch das Abholzen der Wälder ist sie akut bedroht.

Erst durch DNA-Untersuchungen zu Beginn dieses Jahrtausends erkannte man, dass sie eine der allerersten Vertreter der Blütenpflanzen oder Bedecktsamer (Angiospermen) ist. Sie entstand schon vor über 100 Millionen Jahren und hat keine näheren Verwandten im Pflanzenreich, so dass sie in eine eigene Familie (Amborellaceae) und sogar eine eigene Ordnung (Amborellales) gestellt wird. Im Stammbaum der Blütenpflanzen ist sie sozusagen der unterste Ast, der sich vor allen anderen abgezweigt hat. Sie ist für Forschungen hoch begehrt. Aber sie wird bislang kaum kultiviert. Deshalb wird die Bonner Pflanze regelmäßig vermehrt und an Botanische Gärten anderer Universitäten abgegeben.

Die Pflanzen gelten als eingeschlechtig. Bei unserem Exemplar zeigte sich aber, dass eine Pflanze im Laufe ihres Lebens das Geschlecht wechseln kann.

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