Universität Bonn

Botanische Gärten

Springkräuter

Der lateinische Gattungsname Impatiens  (lat. impatiens = ungeduldig) geht auf die kleinen, grünen, saftigen Kapselfrüchte zurück, die bei der geringsten  Berührung explodieren und ihre Samen meterweit herausschleudern. Die Springkrautsammlung der Bonner Botanischen Gärten ist mit über 100 Arten eine der weltweit größten Sammlungen.

Die einmalige Sammlung der Springkräuter wurde von Prof. Eberhard Fischer (Universität Koblenz) auf seinen zahlreichen Reisen zusammengetragen. In enger Zusammenarbeit mit ihm erforschen Wissenschaftler aus dem Nees-Institut 2die Blütenbiologie. Offenbar sind die unterschiedlichen Blütenformen Anpassungen an die verschiedenen Bestäuber. Vielleicht haben wiederholte Umstellungen auf verschiedene Bestäubergruppen zum Artenreichtum der Springkräuter beigetragen. 

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Impatiens paucidentata © W. Lobin / Universität Bonn

Bei den Springkräutern gibt es nur einige wenige Arten, die epiphytisch auf Bäumen wachsen. Impatiens paucidentata (Kongo, Uganda) ist eine davon.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Das prachtvoll blühende Impatiens loki-schmidtiae © Botanische Gärten der Universität Bonn

Als Dank für ihre große Verbundenheit mit den Bonner Gärten wurde Loki Schmidt das Impatiens loki-schmidtiae aus Madagaskar gewidmet.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Impatiens grandis © W. Lobin / Universität Bonn

Impatiens grandis kommt nur in einem sehr begrenzten Gebiet in Südwest-Indien und in Sri Lanka vor. Am prachtvollsten ist die Blüte im Winter.

Rühr-mich-nicht-an und Fleißiges Lieschen

In Deutschland ist nur eine Springkrautart heimisch, das Großblütige Springkraut (Impatiens noli-tangere), das Kräutchen Rühr-mich-nicht-an. Allerdings sind inzwischen fünf weitere Arten aus Nordamerika und vor allem Asien eingeschleppt worden und haben sich zum Teil zu problematischen Unkräutern entwickelt. Insbesondere das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) aus dem Himalaya vermehrt sich rasant und verdrängt heimische Pflanzen.

Als Zierpflanzen sind vor allem "Fleißige Lieschen" (Impatiens walleriana) aus Ostafrika und "Edellieschen",  sogenannte Neuguineahybriden (ausgehend von Impatiens hawkeri), bei uns sehr beliebt.

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Edellieschen Neuguineahybride © I. Fuchs
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