Pflanze des Monats
Hier stellen wir jeden Monat eine Pflanze vor, die gerade besonders schön blüht oder etwas ganz Besonderes oder ganz Seltenes ist. Aber auch mit Pflanzen aus unserer Umgebung machen wir näher bekannt.
Diese Pflanze ist vor allem aus Brasilien bekannt, ist aber im tropischen Amerika weit verbreitet. Sie gehört zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) und damit ein entfernter Verwandter der Zitruspflanzen.
Esenbeckia grandiflora wächst als Strauch oder kleiner Baum und ist in seiner Heimat unter dem klangvollen Namen Pau-de-cutia bekannt. Übersetzt heißt das „Baum des Aguti“ und es könnte daran liegen, dass Agutis (das sind große Nagetiere) gerne die harten Samen fressen.
Unter optimalen Wuchsbedingungen bildet Esenbeckia grandiflora eine dichte, pyramidenförmige Krone aus und wird daher in Brasilien gerne als Ziergehölz oder Alleebaum gepflanzt. Da der Baum klein bleibt, wird er insbesondere für Straßen mit oberirdischen Stromleitungen empfohlen. Außerdem wird das stabile, aber flexible Holz für den Bau von Werkzeugen und Bögen geschätzt.
Wie viele ihrer Verwandten besitzt auch Esenbeckia grandiflora Drüsen in den Blättern, die ätherische Öle produzieren – ein typisches Merkmal der Rutaceae. Dies macht die Gattung Esenbeckia auch für die Wissenschaft hochinteressant: Forschende untersuchen die enthaltenen Alkaloide und Cumarine auf ihre medizinische Wirkung, etwa gegen Entzündungen oder zum Beispiel Malaria.
Esenbeckia grandiflora wird in Bonn als Kübelpflanze kultiviert. Sie steht im Sommer draußen und überwintert mit vielen anderen Pflanzen im Mittelmeerhaus.
Diese Pflanze des Monats ist dem Gründungsdirektor der Botanischen Gärten der Universität Bonn gewidmet, dessen 250. Geburtstag wir am 14. Februar 2026 feiern.
Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776 – 1858) war ab 1818 Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Im selben Jahr kam er als Professor für Naturgeschichte an die neu gegründete Universität Bonn und baute den Botanischen Garten auf. Er war ein sehr produktiver und hochgeachteter Botaniker, der über 6500 Pflanzen beschrieb.
1825 ehrte ihn sein Berliner Kollege Carl Sigismund Kunth, in dem er die südamerikanische Pflanzengattung Esenbeckia nach ihm benannte. Kunth schrieb (natürlich auf Latein): „Er ist eine Zierde für den Lehrstuhl der Universität Bonn und pflegt alle Bereiche der Botanik mit gleicher Gelehrsamkeit sowie glücklichstem Erfolg; mir gegenüber hat er stets eine außergewöhnliche und überaus angenehme wohlwollende Förderung erwiesen“.
Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens)
Der Küstenmammutbaum ist der höchste Baum der Erde. In seiner Heimat erreichen einige Exemplare – wie der bekannte „Hyperion“ – Höhen von über 115 Metern und ein Alter von bis zu 2200 Jahren. Er ist in einem schmalen Küstenstreifen von Nordkalifornien bis zum südlichen Oregon beheimatet, wo feuchte Nebel und milde Temperaturen ideale Wachstumsbedingungen bieten. Unsere Bäume hier im Garten sind aktuell nur rund 40 Meter hoch.
Die charakteristische rotbraune Borke des Küstenmammutbaums bildet eine weiche, faserige und bis zu bis 30 cm dicke Schutzbarriere aus. Sie bewahrt den Baum wirksam vor Feuer, Schädlingen und Verletzungen.
Das harzfreie Holz – Kalifornisches Rotholz („Coast Redwood“) genannt – ist fein und gleichmäßig strukturiert und besitzt einen rotbraunen Kern. Es gilt als leicht, langlebig und besonders widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten, weshalb es weltweit für hochwertige Möbel und Innenausbauten geschätzt wird.
Durch massive Abholzungen im 19. und 20. Jahrhundert sind die natürlichen Bestände stark zurückgegangen. Der Küstenmammutbaum gilt heute als stark gefährdet, da er in den kalifornischen Wäldern zunehmend durch konkurrenzstärkere Baumarten ersetzt wird.