Universität Bonn

Botanische Gärten

12. April 2026

Dyckia emdeana Dyckia emdeana: Eine neue Bromelienart

Eine neue Bromelienart mit Bonner Geschichte

Diese Bromelie wurde fast 40 Jahre lang in den Bonner Botanischen Garten von Gärtnerin Birgit Emde gepflegt und jetzt als neue Art wissenschaftlich beschrieben und nach ihr benannt.

Neue Bromelienart Dyckia emdeana
Neue Bromelienart Dyckia emdeana - Bromelienexperte Pierre Braun (rechts) überreicht Gärtnerin Birgit Emde (links) ein Exemplar seiner Veröffentlichung zu Dyckia emdeana © C. Löhne / Universität Bonn
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Die Bromelie" wurde die aus Brasilien stammende Bromelienart Dyckia emdeana neu beschrieben (PDF der Publikation). Der Sammler und Autor Dr. Pierre Braun würdigt mit dieser Namensgebung die Leistungen der Bonner Gärtnerin Birgit Emde: "Dank ihrer umsichtigen Pflege war es möglich die Pflanzen seit fast 40 Jahren bei guter Gesundheit zu kultivieren und wiederholt zur Blüte zu bringen. Ohne Birgit Emde wären Bearbeitung und Beschreibung nicht möglich gewesen" schreibt Braun.

Birgit Emde wurde von 1986 bis 1988 bei Werner Höller zur Gärtnerin in den Botanischen Gärten der Universität Bonn ausgebildet. In dieser Zeit trafen auch die 1987 gesammelten Pflanzen von Dyckia emdeana in den Gärten ein. Heute ist sie als Gärtnerin zuständig für die Sukkulenten, Bromelien und fleischfressenden Pflanzen.

Pierre Braun hatte einige junge Exemplare dieser Bromelie 1987 von einer Reise durch den brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais mitgebracht. Damals vermutete er aufgrund der Wuchsform und der Blätter, dass es sich um die weiter südlich vorkommende Art Encholirium inerme handelte. Unter diesem Namen wurde die Pflanze dann auch lange Zeit in Bonn kultiviert. Erst bei wiederholten Gartenbesuchen in den letzten Jahren wurde dem Experten klar, dass diese Bromelie zur Gattung Dyckia gehörte und eine noch unbeschriebene Art sein musste. Das Besondere an dieser Art sind die ungezähnten, aber extrem harten, sukkulenten Blätter, die kompakte Rosetten bilden. Damit ist die Pflanze besonders robust und kann auch Trockenperioden gut überstehen. Im Laufe der Jahre bildet die Pflanze Tochterrosetten aus, so dass letztlich eine Art Hexenring entstehen kann.

Der natürliche Lebensraum dieser Art ist eine dicht mit Sträuchern bewachsene Grassavanne (Campo cerrado), die durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeit geprägt ist und zu den artenreichsten Flecken der Erde zählt. Bis heute werden von dort regelmäßig neue Tier- und Pflanzenarten beschrieben. Allerdings ist auch dieser Lebensraum durch die Ausweitung und Intensivierung der Landnutzung zunehmend gefährdet. Auch der Fundort von Dyckia emdeana sieht heute völlig anders aus als in den 80er Jahren. Ob die Art in der Natur noch existiert, ist unklar. Für die Botanischen Gärten der Universität Bonn ist die Erhaltung und Vermehrung dieser Art daher ein besonderes Anliegen.

Dyckia emdeana
Dyckia emdeana - in der Pflanzensammlung der Botanischen Gärten der Uni Bonn © C. Löhne / Universität Bonn
Gärtnerin Birgit Emde mit Dyckia emdeana
Gärtnerin Birgit Emde mit Dyckia emdeana © C. Löhne / Universität Bonn

P.J. Braun: "Xeromorphe Bromelien aus Brasilien (XIII): Dyckia emdeana, eine neue sukkulente Art aus Minas Gerais". Die Bromelie 2025 (1/2): Seite 31-41.

PDF zum Download (2 MB)

Wird geladen