Universität Bonn

Botanische Gärten

Regenwaldhaus

Das Regenwaldhaus wird regelmäßig mehrmals am Tag vernebelt. Aus dem Nebel tauchen die einzelnen Pflanzen als Schemen auf. Ganz wie an den natürlichen Standorten. Nebel besteht aus reinem Wasser und ist unschädlich.

Warm und feucht...

so mögen es Palmen und Farne, wie der Bootfarn oder Riesenfarn (Angiopteris erecta). Alles an ihm ist riesig: Die Blattstiele können dick wie Oberschenkel werden, die Blätter werden bis zu sechs Metern lang. Bootfarne gehören in eine eigene Farngruppe, die schon seit 300 Millionen Jahren existiert, wie man von fossilen Funden weiß.

Auch die Palmfarne sind in dieser Zeit entstanden. Im Mittelbeet steht ein großer Cycas rumphii (Rumpfs Sagopalmfarn). Obwohl der deutsche Name "Palmfarn" es sagt, hat er weder etwas mit  Palmen noch mit Farnen zu tun. Palmfarne (Cycadales-Arten) sind entfernt mit den Nadelbäumen verwandt. Sie sind eine eigenständige Pflanzengruppe.

Feucht und warm mögen es auch die Bananenstauden. Der "Stamm" der Banane besteht aus aufgerollten Blättern. Mit einem Taschenmesser kann man ihn leicht durchschneiden. In ihrer Heimat werden die Bananen durch Fledermäuse bestäubt. 


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Bananensorte Musa x_ paradisiaca cv. Sanguinea © W. Lobin / Universität Bonn
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Geweihfarn (Platycerium grande) © W. Lobin / Universität Bonn

Keine Schmarotzer: Epiphyten

Um genug vom lebensnotwendigen Licht zu bekommen, haben sich oben in den Bäumen Aufsitzerpflanzen angesiedelt – die Epiphyten. Das sind keine Schmarotzer, denn sie stehlen den Bäumen weder Nährstoffe noch Wasser. Um in luftiger Höhe leben zu können, haben sie besondere Techniken entwickelt.

Genial geht dabei der Riesen-Geweihfarn (Platycerium grande) aus den Philippinen vor. Er hat zwei verschiedene Blatttypen, die Wedel. Nach oben stehen die sogenannten Nischenwedel. Sie fangen alles auf, was von oben herunterfällt: tote Tiere, Blätter, Zweige und Regenwasser. Das alles verrottet und bildet Humus. So schafft sich der Farn in 20 oder 30 Metern Höhe seinen eigenen Nährboden. Die lang herunterhängenden Wedel sind für die Vermehrung zuständig. Sie tragen die Sporen, daraus entstehen Vorkeime und daraus dann wieder neue Pflanzen – wenn alles klappt. 

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