Universität Bonn

Botanische Gärten

Regionale Nutzpflanzen

Gemüse und Obst sollen schnell wachsen, makellos aussehen, viel Ertrag bringen, lagerfähig und problemlos zu transportieren sein. Diesem Ideal entsprechen nur wenige der alten regionalen Sorten. Im Nutzpflanzengarten werden sie noch regelmäßig angebaut. Samen und Jungpflanzen werden verkauft.

Bonner Beste

Die Tomate (Lycopersicon esculentum) stammt aus den Anden. Von den Azteken wurde sie als Tomatl kultiviert. Kolumbus brachte sie 1498 nach Europa mit. Hier galt sie nur als Zierpflanze. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde die Tomate auch in Deutschland als Nahrungsmittel angebaut. Seit etwa 1930 wurde die Stabtomate „Bonner Beste“ angepflanzt. Eine wohlschmeckende Sorte, die bis weit in den Herbst hinein Früchte trägt.

Als Verbesserung wurde "Rheinlands Ruhm" gezüchtet. Ihre Früchte blieben länger fest. Anders als die heutigen Hybridsorten, die nicht sortenecht sind, können beide Sorten wieder ausgesät werden. 

In den USA ist "Bonny best" sehr beliebt. Sie ist mit "Bonner Beste" verwandt, die von deutschen Einwanderern mitgebracht worden ist.

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Blüte der Stabtomate Lycopersicon esculentum 'Bonner Beste' © W. Lobin / Universität Bonn
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Wirsing Bonner Advent (Brassica oleracea) © W. Lobin / Universität Bonn

Bonner Advent

Bonner Advent (Brassica oleracea cv. Bonner Advent) heißt ausgerechnet ein Maiwirsing. Der Name ist damit zu erklären, dass das Gemüse Ende August ausgesät und spätestens zur Beginn der Adventszeit aufs Feld gepflanzt werden muss. Im Mai kann er dann geerntet werden. Einige Pflanzen lässt man stehen, um im Sommer die Samen zu ernten. 

Maiwirsing wird heute noch angebaut.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Schalerbse 'Kleine Rheinländerin' (Pisum sativum ) © W. Lobin / Universität Bonn

Kleine Rheinländerin

Die "Kleine Rheinländerin" ist eine niedrigwüchsige Schalerbse (Pisum sativum). Sie ist zwar noch im Handel, wird aber im Gegensatz zu früher nur noch wenig angebaut. Die "Kleine Rheinländerin" war seinerzeit besonders beliebt, weil sie ohne Rankhilfen auskommt.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Gurken (Cucumis sativus cv. Vorgebirgstrauben) © W. Lobin / Universität Bonn

Vorgebirgstrauben

Der Anbau der "Vorgebirgstrauben" (Cucumis sativus) spielte im Rheinland eine große Rolle.  Es ist eine ertragreiche Sorte, die viele kleine Früchte trägt. Daher wohl auch der Name. Von Hobbygärtnern wird sie auch heute noch als Einlegegurkensorte sehr geschätzt.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Samen der Möschebonne (Phaseolus vulgaris) © W. Lobin / Universität Bonn

Möschebonne

"Möschebonne" (Phaseolus vulgaris) sind Stangenbohnen. Die bunten Bohnen sind leicht gesprenkelt und ähneln den Mösche-Eiern (Mösch = Spatz). Sie eignen sich als Trockenbohnen, weil sie gut lagerfähig sind. Sie wurden zur Bohnensuppe verkocht.

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