Universität Bonn

Botanische Gärten

Nutzpflanzen der Welt

Pfeffer, Tee, Kaffee, Kakao, Rooibos-Tee, Kapern, Zuckerrohr, Bananen, Ananas, Erdnüsse, Piment, Zimt und viele andere exotische Nutzpflanzen aus aller Welt sind in unseren Gewächshäusern und im Freiland zu finden. Es ist eine der größten Sammlungen in Deutschland.

Vanille

Die Königin der Gewürze, die Vanille (Vanilla planifolia), ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz überhaupt. Es ist die einzige Orchidee, die nicht wegen ihrer schönen gelblich-grünen Blüte kultiviert wird. Sie stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika.

Heute wird sie hauptsächlich in Madagaskar angebaut. Sie muss dort – wie in unseren Gewächshäusern – von Hand bestäubt werden, weil die natürlichen Bestäuber in Madagaskar nicht vorkommen. Das macht Vanille so teuer. Die bis zu 30 cm lange Frucht wird fermentiert in den Handel gebracht.

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Vanille (Vanilla planifolia) © T. Niemz

Macadamianuss

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Macadamia integrifolia mit Blüte und Frucht © W. Lobin / Universität Bonn

Und noch eine Königin: Die Macadamianuss (Macadamia integrifolia). Macadamianüsse sind sehr wohlschmeckend. Der Anbau ist schwierig und die Weiterverarbeitung aufwendig. Kein Wunder, dass sie sehr teuer sind. Deshalb wird die Macadamianuss auch "Königin der Nüsse" genannt. Sie  stammt aus den australischen Regenwäldern. Die Aborigines lieben diese Nüsse seit jeher. Unsere Macadamianusspflanzen stehen im Sommer draußen.

Granatapfel

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Granatapfel (Punica granatum) © I. Fuchs

Der Granatapfel (Punica granatum) wird seit dreitausend Jahren angebaut. Er wird schon im Alten Testament und auch im Koran erwähnt.  Sein Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: "Mit vielen Kernen versehen". Er stammt aus dem Gebiet Iran, Afghanistan und Vorderindien. Nun ist er auch in unserem Nutzpflanzengarten heimisch. Seit einigen Jahren wächst hier ein Granatapfel im Freiland und trägt Frucht.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Calamondinorange (Citrus x microcarpa) © C. Löhne / Universität Bonn

Citruspflanzen

Citruspflanzen (Citrus spp.) stammen größtenteils aus Südostasien, je eine Art findet sich in Nord-China und Ost-Australien. Sie wachsen als Sträucher oder Bäume bis 25 m hoch, blühen weiß und viele duften intensiv aromatisch. Besonders die Früchte enthalten viele ätherische Öle.

Das hat die Menschen schon sehr früh dazu veranlasst, verschiedene Arten  in Kultur zu nehmen. Bereits 2000 v. Chr. berichten chinesische Quellen von Kumquats und Mandarinen. Etwa 300 n. Chr. kennen die Römer Zitronatzitronen,  Bitter-Orangen und Zitronen. Heute sind die meisten Arten in Kultur. Es wurden Hunderte von Sorten gezüchtet.

Im Nutzpflanzengarten kultivieren wir zurzeit mehr als 40 Arten und Sorten von Mandarinen, Orangen, Pampelmusen, Limetten Zitronen und Zitronatzitronen.

Zitronatzitrone

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Zitronenbaum Buddhas Hand (Citrus medica cv. 'Digitata') © W. Lobin / Universität Bonn

Die Zitronatzitrone "Buddhas Hand" (Citrus medica cv. Digitata) stammt aus Südost-Asien. Sie hat meist mehr als fünf Finger, wobei keine Frucht der anderen gleicht. Sie wird seit urdenklichen Zeiten in China und Japan als Lufterfrischer oder Parfüm genutzt. Auch für Marmelade, Likör oder Sirup ist sie sehr gut.

Zitrone

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Zitrone (Citrus limon) © W. Lobin / Universität Bonn

Die Zitrone (Citrus limon) ist eine Kreuzung aus Bitterorange (Citrus × aurantium) und Zitronatzitrone (Citrus medica). Es ist überliefert, dass die Zitrone bereits um das Jahr 1000 im Mittelmeerraum und in China kultiviert wurde. Im Barock galten Zitronen als ein Symbol der Unsterblichkeit. Man baute für sie wunderschöne Orangerien.

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