Universität Bonn

Botanische Gärten

Biotopanlage

Ein Biotop (griech. bios = Leben, topos = Ort) ist ein bestimmter, abgrenzbarer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Unsere Biotopanlage zeigt typische Pflanzengemeinschaften aus dem Gebiet rund um Bonn. Hier lässt sich das Rheinland en miniature betrachten.

Nachgebaute Landschaft

Viele Jahre galt für Botanische Gärten: Je mehr exotische Pflanzen, desto bedeutender! Das hat sich geändert. Unsere heimische Pflanzenwelt spielt heute für die Wissenschaft und für die Gäste der Gärten eine große Rolle.

Die Biotopanlage in Bonn wurde 1999 fertig gestellt. Sie zeigt den Studierenden aber auch dem breiten Publikum ökologische Zusammenhänge. Es wird klar, wie gefährdet die Natur auch in unserem Umfeld ist, wie rasch auch "Allerweltsarten"  verschwinden und wie schnell unsere Umwelt verarmt.  

Die natürlichen Standorte – Trocken- und Feuchtbereiche, Moor und Wald – wurden für die verschiedenen Pflanzengesellschaften nachgebaut.

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Eifelalpinum in der Biotopanlage © P. Pretscher
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
Männliches Knabenkraut (Orchis mascula) © W. Lobin / Universität Bonn

Wald, Fels und Wasser

Gehölze nehmen etwa die Hälfte der Biotopfläche ein. Besonders schön ist der Schluchtweg mit dem Orchideen-Buchenwald, in dem auch Orchideen wie das Stattliche Knabenkraut (Orchis mascula) wachsen.

Auf dem auffälligen Felskomplex zeigen sich zahlreiche Frühblüher, darunter auch das Rheinische Brillenschötchen (Biscutella laevigata ssp. varia), eine der wenigen nur in unserer Region beheimateten Pflanzen (Endemiten).

Der Schwermetallrasen ist ein besonderer Lebensraum aus der Umgebung von Aachen mit einer ganz speziellen artenarmen Vegetation. Hier gedeiht das vom Aussterben bedrohte gelbe Galmei-Veilchen (Viola calaminaria).

Ein Feuchtbereich stehender nährstoffreicher Gewässer mit Röhricht, Schilfrohr und einem Moorbecken ergänzen das Biotop.

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