Universität Bonn

Botanische Gärten

Neue Wilde - Globalisierung in der Pflanzenwelt

Diese Ausstellung ist vom 17.8. bis 3.10.2022 in den Botanischen Gärten der Universität Bonn zu sehen.

Sie bietet Informationen und viel Diskussionsstoff über "Neue Wilde" in unserer Pflanzenwelt. Es geht um Pflanzen, die sich außerhalb ihres ursprünglichen Areals ausbreiten und etablieren. Viele davon sind erwünscht und bereichern die Flora, vor allem auch in den Zeiten des Klimawandels. Manche bereiten aber Sorgen und Probleme.

Ausstellungseröffnung

mit Gartenführung und Diskussionsabend

Wann: Mittwoch, 17.8.2022, 18 Uhr
Wo: Botanischer Garten am Poppelsdorfer Schloss, Mittelmeerhaus

Wir nehmen Sie mit auf eine spannende Reise durch die Ausstellung und die Vielfalt der (neuen) Pflanzenwelt. Im Anschluss an eine Gartenführung treffen wir uns im Mittelmeerhaus zu einer Diskussionsrunde mit:

  • Dr. Sandra Skowronek vom Bundesamt für Naturschutz (Fachbehörde für die Gesetzgebung zu invasiven Arten)
  • Jan Stiller vom Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn (im Stadtgebiet für die Bekämpfung invasiver Arten zuständig)
  • Dr. Cornelia Löhne von den Botanischen Gärten der Universität Bonn (öffentliche Einrichtung mit Bildungsauftrag und Verantwortung im Bezug auf Invasive)

Die Diskussion wird moderiert von Saskia Helm von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW. Fragen sind zum Beispiel: Ab wann gilt eine Pflanze als invasiv und sogar gefährlich? Welche Regeln und Herausforderungen gibt es für Gärten und Grünanlagen in der Stadt, welche Regeln gelten für die freie Natur? Brauchen wir nicht sogar fremdländische Pflanzen, um mit den Folgen des Klimawandels besser umzugehen?

Nutzen Sie diese Gelegenheit für Ihre Fragen zum Thema!

Bild mit vielen bunten Blumen und Titel der Ausstelung
© Verband Botanischer Gärten
Rosafarbene Blüte des Drüsigen Springkrauts
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) stammt aus Indien, wurde als Zier- und Nutzpflanze eingeführt und bildet heute dichte Bestände in entlang von Flüssen und in Wäldern. © Marianne Lauerer
Strauch mit großen, violetten Blüten
Der Pontische Rhododendron (Rhododendron ponticum) kommt natürlicherweise von Bulgarien bis Georgien vor. Eine Unterart ist auch in Spanien heimisch. In Großbritannien und Irland ist diese Unterart flächendeckend verwildert. © C. Löhne / Universität Bonn

Mehr zur Ausstellung

Pflanzen wachsen fest verwurzelt im Boden - und dennoch können sie sich über weite Strecken ausbreiten und ihr Areal vergrößern. Viele bekommen dabei Hilfe von uns Menschen, oft mit Absicht, aber oft auch unbewusst.

Etliche der eingebrachten Pflanzenarten können sich in der neuen Heimat dauerhaft ansiedeln. Manche erobern in unseren Städten Standorte, die von heimischen Arten nicht besetzt werden, und können somit zur Begrünung und zum Erhalt eines angenehmen Stadtklimas beitragen. Manche neue Arten breiten sich jedoch auf Kosten der heimischen Flora invasiv aus, können ursprüngliche Arten verdrängen und Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen.

Diese Ausstellung erklärt Reisewege und Eigenschaften, die invasive Pflanzen erfolgreich machen. Risiken und Chancen neuer Pflanzenarten werden thematisiert, wie auch die Rolle von Botanischen Gärten und Privatgärten als Keimzellen für die Ausbreitung von Neophyten.

Die Ausstellung wurde vom Verband Botanischer Gärten entwickelt. Zentrales Element der Ausstellung sind die 14 Infotafeln. Zusätzlich sind an verschiedenen Stellen im Garten Pflanzen markiert, die bei uns oder anderswo invasiv sind. Steckbriefe geben Hintergrundinfos zu diesen Arten. Zu den bei uns invasiven Pflanzenarten zählen zum Beispiel das Drüsige Springkraut und die Kanadische Goldrute. In anderen Ländern bereiten zum Beispiel Rhododendren, Guaven oder Feigenkakteen große Probleme.

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