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Sammlungen

Pflanze des Monats Februar 2010

Kannenpflanzen

Kannenpflanzen
Bild: W. Barthlott

Fleischfressende oder Karnivore Pflanzen haben seit jeher unsere Phantasie beschäftigt, da sie so vollkommen aus dem Schema einer normalen Pflanze herausfallen. Sie fangen und verdauen Tiere und manche Arten bewegen dabei auch noch ihre Fallen.

In den Botanischen Gärten der Universität Bonn befindet sich eine der größten Sammlungen dieser Pflanzen in Europa. Am bekanntesten sind Sonnentau (Drosera) und Venusfliegenfalle (Dionea muscipula).

Die Kannenpflanzen der Gattung Nepenthes fangen ihre Opfer mit ihren zu Kannen umgestalteten Blättern, die als Gleitfallen funktionieren. Dieser Fangmechanismus ist sehr weit verbreitetet. Die Fallgruben besitzen im oberen Bereich eine Anlockungszone, welche sich aus Deckel, Öffnung und Rand der Fallenöffnung (Peristom) zusammensetzt. Dieser Bereich ist meistens auffällig gefärbt, mit Nektardrüsen besetzt und verströmt oft einen süßlichen bis fauligen Duft. Darunter schließt sich eine Gleitzone an, der schließlich die Verdauungszone folgt.

Nepenthes lowii hat darüber hinaus noch eine Besonderheit. Auf dem Deckel der Kannen wird eine weißliche Substanz abgesondert, die der Anlockung von Spitzhörnchen (Tupajas) dient. Diese sitzen beim Verzehr der Substanz auf der Kanne und nutzen diese dann gerne auch als Toilette – so bekommt die Kanne als Gegenleistung für die Leckerei am Deckel eine ordentliche Portion Nährstoffe.

Eine schöne Pflanze ist im Karnivoren-Schauhaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss zu sehen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Karnivore Pflanzen.

Dr. Holger Bohn & Dr. Wolfram Lobin


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