Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats Dezember 2009

Mittelmeer-Zypresse

Mittelmeer-Zypresse
Bild: W. Lobin

Unser Bild vom Mittelmeergebiet ist durch die Zypressen der Toskana nachhaltig geprägt: Eine sanfte Hügellandschaft, gekrönt von Städtchen, am Horizont Alleen bestanden von Zypressen. Eines der sicherlich größten Exemplare nördlich der Alpen steht in den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss.

Die Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) gehört zu den Nadelbäumen. Sie ist mit dem Wacholder, aber auch mit unserer Tanne, Fichte sowie Kiefer verwandt. Bei uns ist sie nur bedingt winterhart. Es handelt sich um einen kleineren Baum, der bis 25 m hoch werden kann. Die Nadeln sind klein und schuppenförmig und bedecken die Zweige. Die Mittelmeer-Zypresse ist einhäusig, getrenntgeschlechtlich, d.h. es gibt männliche und weibliche Zapfen, die aber an einem Baum zu finden sind. Sie wachsen relativ schnell.

Die Mittelmeer-Zypresse ist im östlichen Mittelmeergebiet und im angrenzenden Klein-Asien zuhause. Schon in der Antike wurde sie auch ins westliche Mittelmeergebiet (Italien, Spanien) gebracht. Sie erlangte dort schnell eine weite Verbreitung.

In der griechischen und römischen Mythologie steht sie für die Unterwelt und wird mit Tod und Trauer in Verbindung gebracht. Deshalb wurde und wird sie auch heute noch gerne auf Friedhöfen gepflanzt. Dieser Brauch hat sich auch bei uns durchgesetzt, da sie hier aber nur bedingt winterhart ist, pflanzt man andere, ähnlich aussehende Nadelgehölze (z.B. Scheinzypressen) an.

Da sie seit langem angepflanzt wird, gibt es eine ganze Reihe von Sorten, die bekannteste ist eine, die den typischen säulenförmigen Wuchs zeigt. Eine weitere Mittelmeer-Zypresse ist im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg gleich neben dem Eingangstor zu finden.

Dr. Wolfram Lobin


Übersichten