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Pflanze des Monats November 2009

Kork-Eiche

Kork-Eiche
Bild: W. Lobin

Jedesmal, wenn Sie eine gute Flasche Rotwein öffnen, haben Sie sie in der Hand: die Kork-Eiche (Quercus suber), die Pflanze des Monats November.

Die Kork-Eiche ist eine von den Pflanzen, die bei Besuchen in Spanien und Portugal besonders markant ins Auge fallen: Häufig sieht man in den höheren Lagen die geschälten Stämme und die abgeschälte Korkrinde in Haufen am Boden liegen.

Die Kork-Eiche ist ein immergrüner Laubbaum, der im westlichen Mittelmeergebiet zu Hause ist. Sie stellt wenige Ansprüche an den Boden und erträgt ganz gut Dürren. Sie kann bis zu 400 Jahre alt werden, genutzte Exemplare werden bis 200 Jahre alt. Der Baum wird seit dem Mittelalter intensiv angebaut und genutzt, Zentren des Anbaus sind Süd-Portugal und Süd-Spanien. Der Kork wird in dicken Schichten um die Stämme abgelagert und schützt den Stamm bei Wald- und Buschbränden. Diese Korkschicht wird mit speziellen Messern abgeschält, dem Baum schadet dies nicht. Der Kork ist ein wertvoller Naturstoff, der hauptsächlich zur Herstellung von Flaschenkorken und Korkböden genutzt wird. Ein Baum kann in seiner Lebensspanne 100 – 200 kg Kork liefern. Auf einem Hektar Kork-Eichen können pro Jahr etwa 200 bis 500 Kilogramm geerntet werden.

Die Kork-Eichen-Wälder haben, besonders in Spanien, eine wichtige Funktion als Lebensraum für bedrohte Tiere. So überwintert ein großer Teil der europäischen Kranichpopulation in diesen Wäldern und ernährt sich von den Eicheln.

Wie die Olive auch, so gilt die Kork-Eiche bei vielen als typische Mittelmeerpflanze. In der Literatur findet man denn auch Hinweise, dass der Baum in Mittel-Europa nicht winterhart ist. So mag es manchen erstaunen, wenn im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg seit Mai 2000 ein solcher Baum ohne Winterschutz erfolgreich im Freiland kultiviert wird. Sogar den kalten Winter 2008/09 hat er problemlos überstanden. Ist auch die Kork-Eiche ein Vorbote des Klimawandels?

Ein schönes Exemplar der Kork-Eiche findet sich im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg.

Prof. Dr. Wilhelm Barthlott


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