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Pflanze des Monats September 2009

Äthiopischer Schopfrosettenbaum

Äthiopischer Schopfrosettenbaum
Lobelia rhynchopetalum mit einem äthiopischen Beamten 1937 im Hochland von Abessinien vom damaligen Direktor des Geografischen Institutes, Carl Troll

Der Äthiopische Schopfrosettenbaum (Lobelia rhynchopetalum) ist die Pflanze des Monats in den Botanischen Gärten der Universität Bonn. Die Pflanze steht unmittelbar vor der Blüte, ein überhaupt seltenes Ereignis, das in Bonn zum ersten Mal beobachtet werden kann. Der Äthiopische Schopfrosettenbaum befindet sich im Eingang zum Versuchsgewächshaus im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss.

Schopfrosettenbäume sind die bemerkenswertesten Gestalten tropischer Hochgebirge. Sie gehören in die Familie der Korbblütler (Asteraceae) mit einer spektakulären Ausnahme: Dem zu den Glockenblumengewächsen (Campanulaceae) gehörenden Äthiopischen Schopfrosettenbaum (Lobelia rhynchopetala) und seinen verwandten Arten. Der Äthiopische Schopfbaum ist im abessinischen Hochland beheimatet. Dort herrscht ein extrem tropisches Gebirgsklima – jede Nacht Winter, jeden Tag Sommer – eben das typische tropische Tagszeitenklima.

Im Winter 1999/2000 blühte im Botanischen Garten Bayreuth vermutlich zum ersten Mal weltweit ein Lobelia rhynchopetalum in Kultur. Jetzt ist es zum zweiten Mal soweit: Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss hat sich bei der rund 4 Meter hohen Pflanze, mittlerweile über 10 Jahre alt, ein Blütenstand entwickelt, bei dem sich die ersten Blüten voraussichtlich Anfang September öffnen werden. Der Blütenstand ist mehr als 50 cm lang und enthält eine Vielzahl von Blüten.

Tropische Hochgebirgspflanzen, speziell die Rosettenbäume, standen lange im Interesse des bedeutenden Direktors des Geographischen Institutes in Bonn, Carl Troll. In den 60-er Jahren wurde unter seinem Nachfolger Wilhelm Lauer solche Untersuchungen an den Schopfrosettenbäumen in Äthiopien fortgesetzt.

Prof. Dr. Wilhelm Barthlott


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