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Pflanze des Monats Juni 2009

Die Riesen-Pfeifenblume

Die Riesen-Pfeifenblume
Aristolochia gigantea
Bild: W. Lobin

Die Riesen-Pfeifenblume (Aristolochia gigantea) ist eine sehr bemerkenswerte Art aus der Gattung der Pfeifenblumen. Sie kommt ursprünglich aus Panama, wird aber häufig in den Subtropen und Tropen angepflanzt. In Deutschland ist sie nicht winterhart und, bedingt durch ihre Größe, nur in größeren Gewächshäusern zu finden. Es handelt sich um eine Kletterpflanze, die mehrere Meter lang werden kann und daher eine große Kletterhilfe benötigt.

Die Gattung Aristolochia umfasst etwa 120 verschiedene Arten, die meisten sind in den Tropen und Subtropen zu Hause. In Deutschland kommt nur eine Art, A. clematitis, vor. Man kann sie unter anderen in Bonn am Rheinufer finden.

Arten der Gattung Aristolochia sind eine Zierde für jeden Botanischen Garten. Sie haben teilweise riesige, bis 50 cm große Blüten und eine interessante Blütenökologie. Die Blüten der Pfeifenblumen sind verwachsen und bilden eine komplizierte Kesselfalle. Die Pflanzen fangen aber Insekten nicht als Nahrung, sie sind also keine fleischfressenden Pflanzen, sondern um sich von ihnen bestäuben zu lassen. Die Bestäuber werden durch einen Geruch zu den oft sehr großen Blüten gelockt. Viele stinken nach Aas und Kot und locken Fliegen und Käfer an, die ihre Eier in Aas- oder Kot ablegen.

Im Gegensatz dazu riecht Aristolchia gigantea aber sehr angenehm. Die bis 30 cm großen Blüten verströmen einen süßlichen Duft. Die Pflanze ist daher auf andere Bestäuber spezialisiert.

Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss steht ein großes Exemplar im Victoriahaus.

Prof. Dr. Wilhelm Barthlott


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