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Sammlungen

Pflanze des Monats November 2002

Die Seychellennuss

Eine der ungewöhnlichsten Palmen ist die Seychellennuss (Lodoicea maldivica). Berühmt sind die an eine erotische Skulptur erinnernden, bis 20 kg schweren Samen (die größten Samenkörner im Pflanzenreich). Durch arabische Händler kamen sie schon im Spätmittelalter in europäische Raritätenkabinette: man vermutete als Heimat die Malediven (daher der irre-führende lateinische Name).

In Wirklichkeit wächst die Palme auf den Seychellen. Das Vorkommen ist auf ein winziges Gebiet (kleiner als Bonn - Poppelsdorf) auf einer einzigen Insel (Praslin) des rund 150 Eilande umfassenden Archipels beschränkt. Dort bildet die Seychellennuß mit ihren gigantischen, fächerförmigen Blättern bis zu 30 m hohe Wälder. Es sind beinahe Reinbestände, alle anderen Pflanzen sind der Konkurrenz der aggressiven Palme nicht gewachsen: Der Boden wird durch die wellblechartigen, abgefallenen Blätter abgedeckt, die Keimung anderer Pflanzen wird verhindert. Nur die eigenen riesigen Samen können bei der Keimung diese Streuschicht durchbrechen.

Die "Doppel-Kokosnüsse" sind nicht schwimmfähig: deshalb hat die Seychellennuss keine Ausbreitungsbiologie, und ihr Vorkommen blieb seit Jahrmillionen auf die winzige Insel beschränkt, auf der sie wahrscheinlich in der Evolution auch entstanden ist. In unserem Palmenhaus ist eines der größten Exemplare dieser Palme in Europa zu sehen.

Die Keimung der Samen der Seychellennuss ist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Die Samen keimen nur bei sehr gleichmäßig warmen (min. 28°C) Bedingungen. Im Juni des vergangenen Jahres wurde ein Samenkorn in der Anzucht ausgesät und ist vor wenigen Wochen erfolgreich gekeimt. Die junge Pflanze befindet sich im nicht-öffentlichen Bereich.


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