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Sammlungen

Pflanze des Monats Februar 2009

Die Patagonische Zypresse

Die Patagonische Zypresse
Fitzroya cupressoides
Bild: W. Lobin

Happy Birthday Charles! Am 12. Februar jährt sich der Geburtstag des Engländers Charles Darwin zum 200. Mal. Die Botanischen Gärten Bonn haben daher für den Jubiläumsmonat die Patagonische Zypresse (Fitzroya cupressoides), stellvertretend für alle anderen Pflanzen, die im Zusammenhang mit dem Entdecker der Evolutionstheorie stehen, als Pflanze des Monats ausgewählt.

Darwin, der 1868 einen Ehrendoktor der Universität Bonn erhielt, hat sich zeitlebens stark für Pflanzen interessiert, so zum Beispiel für Orchideen und Fleischfressende Pflanzen. Letztere spielen auch heute noch in der Forschung im Nees-Institut für Biodiversität von Pflanzen eine große Rolle.

Der Nadelbaum Fitzroya cupressoides kommt ursprünglich in den Bergen von Chile und Argentinien vor; er gehört zu der Familie der Cupressaceae. An ihren Heimatstandorten sind Patagonische Zypressen als mächtige Bäume mit Wuchshöhen von 45 bis 50 Metern sowie Stammdurchmesser von 3 bis zu 5 Metern beschrieben worden. Die älteste Patagonische Zypresse konnte auf ein Lebensalter von 3.600 Jahren datiert werden. Fitzroya cupressoides ist zweihäusig; das bedeutet, dass männliche und weibliche Zapfen an verschiedenen Bäumen wachsen. Die Art ist an seinem natürlichen Standort stark gefährdet.

Während seiner Reise (1831 - 1836) als Botaniker auf der HMS Beagle entdeckte Charles Darwin bei einem Landaufenthalt in Chile diesen Baum. Die Pflanze wurde später in England durch Joseph Dalton Hooker beschrieben und nach dem Kapitän der Beagle Robert FitzRoy (1805 - 1865) Fitzroya genannt.

Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 geboren. Nachdem er erfolgslos Medizin in Edinburgh studiert hatte, wechselte er nach Cambridge, wo er ein Theologiestudium absolviert. Charles Darwin interessierte sich aber mehr für Naturgeschichte und Geologie, als für Kirchengeschichte; seine Begabung, naturgeschichtliche Zusammenhänge schnell zu verstehen, hat ihm in Cambridge bereits als Student einen entsprechenden Ruf eingebracht. So kommt es, dass er als Botaniker vorgeschlagen wird, der die Vermessungsarbeiten der Küsten Südamerikas an Bord der HMS Beagle begleiten soll. Während der fünfjährigen Reise, die unter anderem auch die Galapagos Inseln ansteuert (1835), sammelt er unzählige Mengen an Gesteinsproben, Fossilien sowie Tier- und Pflanzenpräparate. Die Auswertung seiner umfangreichen und einmaligen Sammlungen nimmt den Rest seines Arbeitslebens in Anspruch. Darwin wird zeitlebens von der Frage bewegt, wie Arten entstehen. Am 24. November 1859, also vor 150 Jahren, erscheint sein Buch "Entstehung der Arten", in welchem er seine Evolutionstheorie vorstellt. Diese steht im Gegensatz zu der vorherrschenden kirchlichen Lehrmeinung von der Unveränderlichkeit der Arten, die aus der Schöpfungslehre abgeleitet wird. Charles Darwin gilt durch seine wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt und ist durch diese Leistung auch im Bewusstsein der Öffentlichkeit immer noch stark präsent.

Darwin starb am 19. April 1882 im Alter von 73 Jahren. Er ist in Westminster Abbey in London in unmittelbarer Nähe von Isaac Newton beigesetzt.

Die bundesweite Woche der Botanischen Gärten Deutschlands vom 6. - 14. Juni 2009 steht unter dem Motto "In Darwins Garten - Abenteuer Evolution". Es werden in den Bonner Botanischen Gärten zahlreiche Veranstaltungen zu Charles Darwin abgehalten; unter anderem veranstaltet der Freundeskreis der Botanischen Gärten Bonn eine viertägige Studienreise nach England.


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