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Pflanze des Monats Dezember 2008

Die Zwerg-Mistel

Die Zwerg-Mistel
Bild: W. Lobin

Im Winter fallen bei uns in den kahlen Bäumen häufig die Kugeln der Mistel auf und es wird ein immer weiter verbreiteter Brauch, Mistelzweige zu Weihnachten an die Tür zu hängen.

Die Mistel gehört zu einer Gruppe von Pflanzen, die eine parasitische Lebensweise haben. Viele Arten, darunter auch unsere Mistel, schmarotzen als Halb-Parasiten auf Bäumen, denen sie Wasser entnehmen. Sie dringen mit speziellen Organen in das Holz des Wirtes ein, wo sie die Leitbündel anzapfen.

Einen anderen Lebensrhythmus hat die sehr interessante Zwerg-Mistel (Viscum minimum) aus Südafrika. Sie lebt als Parasit (Endoparasit) in ihren Wirtspflanzen, in zwei Wolfsmilcharten (Euphoriba horrida und E. polygona). Die eigentliche Mistel-Pflanze ist also niemals zu sehen, erst wenn sie blüht und fruchtet, sieht man, dass die Wirtspflanze infiziert ist. Dann brechen nämlich die unscheinbaren kleinen Blüten aus der Oberfläche der Wirtspflanze heraus und auch die sich später entwickelnden, schönen orangeroten Früchte verbleiben außen an der Wirtspflanze.

Dies ist eine besondere Form des Parasitismus, unsere einheimische Mistel enthält in ihren Blättern noch Blattgrün (Chlorophyll) und kann sich damit auch ernähren, ihrem Wirt entnimmt sie, wie schon gesagt, lediglich Wasser, aber keine Assimilate. Die Zwerg-Mistel hingegen ist vollkommen vom Wirt abhängig, sie entnimmt ihm Wasser und Nährstoffe.

Ein großes Exemplar der Wolfsmilch Euphorbia horrida mit den Früchten der Zwerg-Mistel steht im Schaukasten im Sukkulentenhaus.


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