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Pflanze des Monats November 2008

Bananen

Bananen
Musa basjoo
Bild: W. Lobin

Ausgerechnet Bananen – sie sind das bekannteste und beliebteste Obst. Die Wildformen, es gibt circa 40 verschiedene Arten, stammen alle aus Südostasien. Bananen werden aber heute weltweit kultiviert. Schon Maria Sybille Merian bildete sie farbig aus Südamerika (Surinam) im Jahre 1705 ab.

Als Eltern gelten die Wildarten Musa acuminata und M. balbisiana. Aus ihnen wurden über die Jahrtausende samenlose Kultursorten gezüchtet. Was man in der Mitte der Banane als schwarze, weiche Pünktchen sieht, sind die Samenanlagen, aus denen sich eigentlich Samen entwickeln sollen, es aber nicht mehr tun. Würden noch Samen entstehen, dann wäre diese Frucht sicher kein solcher Genuss mehr. Einige der Bananen kann man nur gekocht essen, es gibt auch einen Faserlieferanten unter ihnen (Musa textilis).

Die Banane ist eine Weltwirtschaftspflanze (2004: 72,7 Millionen Tonnen) und liegt beim Obst hinter Wassermelonen an zweiter Stelle. Die Hauptproduzenten sind Indien, Brasilien und Ecuador. Dort werden Bananen in riesigen Plantagen angebaut. Am ehesten in Kontakt kommen wir Mitteleuropäer aber mit Bananen auf Teneriffa. Dort ist der Anbau einer kleinbleibenden Sorte (Musa x paradisiaca cv. Dwarf Cavendish) mit sehr aromatischen, kleinen Früchten immer noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Bananen sind Stauden und ganz anders aufgebaut als zum Beispiel Palmen: Ihr „Stamm“ besteht aus aufgerollten Blätter, mit einem Messer kann man ihn durchschneiden. Bestäubt werden Bananen durch Fledermäuse, für uns ein ungewöhnlicher Bestäuber, aber in den Tropen ein äußerst wichtiger: viele Blütenpflanzen sind „fledermausblütig“, wie die Botaniker sagen.

Jetzt im November kann man im Palmenhaus zwei Obstbananen mit ihren Früchten bewundern. Inzwischen gibt es auch einige Arten, die im Bonner Klima winterhart sind: Ein schönes Exemplar steht entlang des Zaunes an der Meckenheimer Allee (M. basjoo). Beim ersten Froste sterben die Blätter ab.


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