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Sammlungen

Pflanze des Monats August 2008

Der Sonnentau

Der Sonnentau
Bild: W. Lobin

Fleischfressende Pflanzen üben seit jeher eine besondere Wirkung auf Pflanzenliebhaber aus. Pflanzen, die Tiere fangen und verdauen und, wie die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula), auch noch schnelle Bewegungen ihrer Fallen durchführen, passen nicht so recht in unser Bild einer Pflanze.

Eine der größten Gruppen fleischfressender Pflanzen sind die Sonnentaue (Drosera-Arten). Sie haben ihre Blätter in Klebefallen umgewandelt, mit deren Hilfe sie kleinere fliegende Insekten fangen. Auch nicht weit von Bonn, nämlich in der Wahner Heide, wachsen einheimische Sonnentaue.

Ein besonderes Mannigfaltigkeitszentrum haben Sonnentaue in Australien. Hier gibt es winzig kleine Arten, ebenso wie solche, die sich an anderen Pflanzen empor ranken oder sehr großwüchsige Vertreter. Drosera binata gehört zu letzteren. Er ist mehrjährig, die Blätter sind 5 – 15 Zentimeter lang und stehen in einer Rosette. Sie sind charakteristisch gegabelt und daran leicht zu erkennen. Es gibt spezielle Formen, deren Blätter sogar mehrfach gegabelt sind, wie bei unseren Pflanzen.

Drosera binata stammt aus Australien, Tasmanien und Neuseeland, wo er auf Heide- oder Moorböden wächst und war bis vor kurzem bei uns nur im Gewächshaus zu finden. Bei der Neugestaltung unserer Sumpfpflanzenanlage „Kranichbecken“ haben wir diese südhemispherische Art aber nach draußen verpflanzt und siehe da, sie hat die beiden letzten Winter ohne Probleme überstanden. Sie hat den Winter nicht nur überstanden, sondern zeigt ein außergewöhnlich gutes Wachstum. Diese Art ist in unseren Breiten also winterhart!

In den Botanischen Gärten befindet sich eine üppig wachsende Gruppe im Kranichbecken im Schlossgarten.


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