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Sammlungen

Pflanze des Monats Oktober 2002

Der Ginkgo

Der Herbst ist eine der schönsten Jahreszeiten für einen Spaziergang im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss: er zieht seinen bunten Rock an. Viele der über 750 verschiedenen, im Freiland kultivierten Bäume und Sträucher färben ihr Laub bunt. Das Blattgrün (Chlorophyll) wird vor dem Laubfall abgebaut und andere, braune, gelbe oder rote Blattfarbstoffe zum Vorschein kommen. Gerade jetzt zeigt sich der Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) von seiner schönsten Seite.

Der Ginkgo ist eigentlich ein lebendes Fossil, das mit seinen breiten, eigenwilligen Blättern unverändert beinahe seit dem Erdzeitalter existiert. Dabei ist es kein Laub-, sondern ein Nadelbaum. Ungebrochen ist seit Johann Wolfgang von Goethe die Faszination dieser eigenartigen Pflanzen. Die letzten Wildbestände in der Natur (China) sind vor einiger Zeit erloschen - er ist jedoch ein wichtiger Parkbaum in unseren Klimazonen.

Es gibt männliche und weibliche Ginkgopflanzen. Im Oktober kann man sie leicht unterscheiden; die Männchen haben ihr Laub bereits gelb verfärbt, während die Weibchen noch tiefgrün Photosynthese betreiben, um ihre Früchte zur Reife zu bringen. Hier bietet das alte, um 1890 gepflanzte Exemplar am Hanstein-Weg eine Besonderheit: Auf einer weiblichen Unterlage wurden um 1890 männliche Zweige gepfropft.

Die Baumkrone erscheint daher jetzt im Oktober unterschiedlich gelb und grün und man kann so aus großer Entfernung die Geschlechter unterscheiden. Der Ginkgo ist im Herbst ein wirkliches Ausflugsziel, dazu gehören auch die später in großen Mengen herabfallenden gelben Früchte - man sollte sich nur nicht daran stören, dass sie stark nach Buttersäure (Schweißfüße) riechen. Auch dies gehört zur Vielfalt der Natur.


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