Home | Übersicht | Kontakt | Impressum

Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats Juli 2008

Der Granatapfel

Der Granatapfel
Bild: W. Lobin

Der Granatapfel (Punica granatum) ist ein sommergrüner, kleiner, bis fünf Meter hoch wachsender Baum. Er ist sehr langsam wüchsig und kann mehrere hundert Jahre alt werden. Im Sommer entwickeln sich die wunderschönen, glockenförmigen, auffallend orangeroten Blüten. Die Früchte erinnern etwas an Äpfel, sie sind ebenfalls orangerot gefärbt und haben eine derbe Schale. Sie sind in viele Kammern unterteilt, in denen sich die zahlreichen Samen befinden, die jeweils von einem saftigen, roten Samenmantel umgeben sind. Dieser Samenmantel enthält eine Vielzahl und einen hohen Gehalt an bioaktiven Stoffen und ist zudem reich an Vitamin C und Spurenelementen.

Aufgrund seines wohlschmeckenden Fruchtfleisches ist der Granatapfel seit Jahrhunderten in Kultur. Hauptsächlich wird er als Saft getrunken und dient zur Verzierung von Süßspeisen. Viele Teile des Baumes (Wurzel, Rinde, gekochte Schale) wurden medizinisch genutzt.

Heute werden Granatäpfel auch in Mitteleuropa häufig angeboten. Aufgrund der zahlreichen harten Samen ist er nicht leicht zu genießen, die einfachste Methode besteht darin, Granatäpfel vorsichtig weich zu kneten, danach ein Loch in die Schale zu bohren und den Saft zu trinken.

Eine weitere wichtige Bedeutung hat der Granatapfel für das Färben von Orientteppichen, aus der Schale und dem Saft werden Gelb- und Schwarztöne gewonnen, unter verschiedenen Beimischungen von Eisenbeize ein tiefes dunkles Blau.

Der Granatapfel stammt ursprünglich aus West- und Mittel-Asien, heute wird er aber im ganzen Mittelmeergebiet und Nahen Osten angebaut.

Der Granatapfel ist eine Pflanze mit großer symbolischer Bedeutung. Er wird sowohl in der Bibel, als auch im Koran erwähnt und auch in der griechischen Mythologie spielt er eine Rolle. Darüberhinaus sind Granatapfelfrüchte in vielen Wappen zu finden und auch der Reichsapfel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen geht auf ihn zurück. Dem Granatapfel kam eine wirklich bedeutende Rolle zu und so verwundert es einen nicht, dass die in Europa älteste Gewächshauspflanze ein Granatapfel ist. Bereits 1653 gelangte ein solcher Baum von Venedig in die herrschaftlichen Gärten nach Hannover-Herrenhausen, wo er heute noch gedeiht und inzwischen das stattliche Alter von 355 Jahren erreicht hat.

In den Botanischen Gärten befindet sich ein wunderschönes Exemplar im Nutzenpflanzengarten am Katzenburgweg, das uns vor einigen Jahren die Firma Knauber schenkte.


Übersichten