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Pflanze des Monats Juni 2008

Die Agave

Die Agave
Bild: W. Lobin

Mit ihren starren sukkulenten Blättern waren die Agaven schon immer Lieblinge der Pflanzenliebhaber. Rund 200 bis 300 Arten gibt es in den Trockengebieten von Mexiko und den USA. Am bekanntesten ist vielleicht die Agave americana, die auch im Mittelmeergebiet eingeschleppt ist und jedem Italien- und Mallorcaurlauber vertraut ist. Wirtschaftlich wichtig sind die Sisal-Agave (Agave sisalina), aus deren Blattfasern Schiffstaue und Bodenmatten hergestellt werden. Der Saft einer mexikanischen Agave wird vergoren und ist unter dem Namen Pulque das mexikanische Nationalgetränk, destilliert und gebrannt wird daraus der Tequila, der berühmte Schnaps.

Alle Agaven haben ein besonderes Geheimnis. Langsam wachsen sie über viele Jahrzehnte, bis sich eines Sommers aus ihrem Zentrum ein Blütenstand entwickelt. Er wird meistens viele Meter hoch und trägt manchmal tausende von Blüten. Die Blüte einer Agave war schon zur Zeit Friedrich des Großen ein besonderes Ereignis: man nannte sie „Jahrhundertpflanze“.

Gleich zwei besonders schöne Agaven kommen in diesem Monat im Sukkulentenhaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss zur Blüte. Die eine Art ist Agave parryi aus Arizona und Nordmexiko mit blaubereiften Blättern. Die zweite, etwas kleinere, aber vielleicht noch schönere Pflanze ist die Agave victoria-reginae, nach der Queen Victoria benannt. Ihre kompakte Rosette mit weiß gezeichneten Blättern entwickelt ebenfalls einen Blütenstand, der sich bei beiden Arten im Verlauf der nächsten Monate bis beinahe zur Gewächshausdecke entwickeln wird. Genau wie unser Kopfsalat oder Kohl sterben die Agaven nach der Blüte ab, sie haben aber ihr Ziel, tausende von Samen zu bilden, erreicht.


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