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Sammlungen

Pflanze des Monats September 2002

Die Großblütige Pfeifenblume

Ein wunderbares Beispiel für die Interaktion zwischen Pflanzen und Tieren ist die Großblütige Pfeifenblume (Aristolochia grandiflora). Um ihre Bestäubung zu sichern, hat diese Pflanze im Laufe der Evolution ihre Blüte in eine kompliziert gebaute Kesselfalle umgewandelt. Die Blüten sind sehr groß, cremefarben und dunkelpurpur gefärbt, wobei sie auffallend hell/dunkel kontrastiert sind. Sie öffnen sich nachts und verströmen einen starken, unangenehmen Aasgeruch. Die trüben Blütenfarben und eklige Geruch zeigen, dass es sich bei dieser Pfeifenblume um eine Täuschblume handelt. Die Blüten solcher Pflanzen imitieren Kadaver oder Kot und locken unterschiedliche Fliegen an, die dort ihre Eier ablegen wollen. Die schlüpfenden Larven sollen sich dann von dem toten Tier oder dem Kot ernähren. Bei den Täuschblumen wird das Insekt getäuscht, sein Nachwuchs verhungert.

Im Einzelfall funktioniert das so: Die Großblütige Pfeifenblume lockt z.B. Schmeißfliegen an, die sehr leicht einen Weg in das Innere der Blüte und damit der Kesselfalle finden. Ganz am Ende der Falle liegen die Fruchtknoten und Staubblätter. Bei Versuch, aus der Falle zu gelangen, der Ausgang wird durch Haare versperrt, bestäuben die Insekten mit mitgebrachtem Pollen die Narben. Nach einer gewissen Zeit erschlaffen die Haare und die Insekten gelangen ins Freie, beladen mit dem Pollen.

Die Großblütige Pfeifenblume ist im Victoriahaus des Botanischen Gartens zu sehen.


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