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Sammlungen

Pflanze des Monats März 2007

Die Kamelie

Die Kamelie
Bild: W. Barthlott

In ihrer Heimat in China und Japan werden Kamelien schon seit vielen Jahrhunderten kultiviert. Im 18. Jahrhundert fanden die ersten Kamelien den Weg nach Europa. Vier Pflanzen wurden damals eingeführt: eine davon hat bis heute überlebt und steht als über 200 Jahre altes Exemplar im Schloss Pillnitz bei Dresden.

Im 19. Jahrhundert gab es in Europa einen richtigen Kamelienboom. Kamelien waren die einzigen großblütigen und rosenähnlichen Pflanzen, die im Winter ohne aufwendige Heizung zur Blüte gebracht werden konnten. Zu Kaiserszeiten trug man auf Bällen eine Kamelie im Knopfloch oder im Dekolleté. Die Älteren von uns kennen sie alle durch den Titel eines weltberühmten Romans: "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas.

Dann verschwand die Kamelie aus dem Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. In unseren hoch geheizten Wohnungen war sie nicht mehr kultivierbar und die Ansteckblumen waren importierte Nelken oder Rosen. Erst Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts tauchten die Kamelien wieder im Pflanzenhandel auf.

Die Gattung Camellia umfasst rund 200 verschiedene Arten. Die wichtigste davon ist der aus China stammende Teestrauch (Camellia sinensis), der den grünen und schwarzen Tee liefert. Die eigentliche "Kamelie" ist Camellia japonica, von der eine große Zahl von Sorten und Hybriden heute in Europa kultiviert wird. Benannt wurde die Gattung im Übrigen nach dem mährischen Jesuiten Georg Joseph Kamel (1661 – 1706).

Die meisten Kamelienarten wachsen strauchförmig, einige wenige sind kleine Bäume. Sie sind immergrün und haben glänzende, lederige Blätter. Die Größe der Blüten variiert von 2 bis 20 cm. Es gibt einfache, halbgefüllte, anemonenförmige, päonienförmige, rosen­förmige und vollständig gefüllte Blüten. Die Farbskala reicht von weiß über rosa zu dunkelrot. Die Blüten können einfarbig oder mehrfarbig sein, bei einigen Sorten haben die Blüten Streifen, Flecken oder andersfarbige Äderungen. Einige Kamelienblüten duften, der Duft reicht von sehr schwach bis sehr intensiv. Die Blütezeit liegt je nach Sorte und Art zwischen September und Mai. Kamelien sind bei guten Bedingungen sehr raschwüchsig.

Für das Auspflanzen im Garten sind nur die Sorten geeignet, die als besonders winterhart (unter bestimmten Bedingungen) gelten. Die Pflanzen sollten mindestens 4 bis 5 Jahre alt sein. Diese Sorten können bei gutem Schutz und bei optimalen Standortbedingungen kurzfristig bis minus 20° Celsius vertragen. Geschützte Lagen bieten bei sachkundiger Pflege oft die Möglichkeit, Sorten auszupflanzen, die bei anderen Standorten nicht geeignet wären. Eine Mulchschicht dient ihr als Schutz gegen das Austrocknen im Sommer und als warme Decke über dem Wurzelballen im Winter, um ein zu tiefes Eindringen des Frostes in den Boden zu verhindern. Als Mulchmaterial eignet sich ein Gemisch aus verschiedenem Laub, Stroh oder Kompost.

In den Botanischen Gärten werden Kamelien an mehreren Stellen im Freiland kultiviert. Für Sie ausgewählt haben wir die Kamelien, die im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss neben dem Haupteingang entlang des Zauns in Richtung Poppelsdorf gepflanzt sind.


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