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Sammlungen

Pflanze des Monats August 2002

Der Feuerbaum Banksia

Der ferne Kontinent Australien beheimatet fremdartige Lebewesen, z.B. die eigentümlichen Feuerbäume der Gattung Banksia (Familie Proteaceae). Benannt sind sie nach dem berühmten englischen Naturforscher Sir Joseph Banks, der sie als Teilnehmer der ersten Cook'schen Weltreise 1770 in Australien entdeckte. Rechts und links neben dem Eingang zu den Gewächshäusern stehen in riesigen Kübeln die beiden Feuerbäume (Banksia serrata) - vermutlich die größten Exemplare in Europa.

Im August öffnen sich die gelbgrünen Blütenstände, die in Form, Struktur und Größe an Klobürsten erinnern: sie müssen stabil sein, denn die Banksien werden von Beuteltieren und Papageien bestäubt. An diesen Blütenständen entwickeln sich reichlich steinharte Nüsse. Sie öffnen sich niemals, und so sammelt die Pflanze über Jahre hinweg einen Samenvorrat an. Das scheinbar sinnlose Verhalten klärt sich, wenn man weiß, dass die Pflanze in ihrer Fortpflanzung auf natürlich entstandene Feuer angewiesen ist. Erst wenn z. B. durch Blitzschlag ein Buschbrand die Umgebung abbrennt und die Pflanze selbst von Feuer erfasst wird, platzen die Nüsse auf und entlassen die Samen. Dies ist ein günstiger Moment, denn zu Beginn der Regenzeit lösen Gewitter Buschbrände aus, die umgebende Konkurrenz wird in Asche (Dünger) zerlegt und die Samen haben ideale Keimbedingungen. Pyrophyten nennen die Ökologen solche Feuerpflanzen.

Die Banksien gehören in die altertümliche, auf die südhemisch verbreitete Familie der Proteaceen. Aus Südafrika kennt man hier die artischockenähnlichen Blütenstände der Nationalpflanze Protea. Vielleicht noch bekannter ist die einzige Nutzpflanze aus der Familie: die australische Macadamia-Nuss, die unter der Bezeichnung "Hawaii-Nüsse" in den Handel kommt.


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