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Pflanze des Monats November 2006

Der Olivenbaum

Der Olivenbaum
Bild: W. Barthlott

Eine der Charakterpflanzen des Mittelmeergebietes ist der Oliven- oder Ölbaum (Olea europaea). Er ist eine uralte Kulturpflanze, die bereits von den Ägyptern, Griechen und Römern genutzt wurde. Die schönen Bäume mit den oberseits dunkelgrünen, unterseits silbrigweißen Blättern sind sicherlich jedem Reisenden bestens bekannt. Die Wildformen stammen aus dem östlichen Mittelmeergebiet.

Der Olivenbaum spielte in der Mythologie und im Leben der Hochkulturen im Mittelmeergebiet eine wichtige Rolle, ein Kranz aus Olivenzweigen zeichnete Götter, Könige und Olympiasieger aus. Wollte man während kriegerischer Auseinandersetzungen, zum Beispiel zwischen griechischen Stadtstaaten, den Gegner nachhaltig schwächen, dann hackte man dessen Olivenbaumkulturen um, was aber auch gleichzeitig als höchst barbarischer Akt empfunden wurde.

Der Olivenbaum ist eine der wichtigsten Ölpflanzen. Das Öl ist sehr hochwertig und schmackhaft. 90% des Weltanbaus stammt aus dem Mittelmeergebiet. Neben der Ölgewinnung spielen die Oliven als Nahrungsmittel eine ebenso große wirtschaftliche Rolle.

Wir kultivieren seit einigen Jahren einen Olivenbaum im Freiland im Nutzpflanzen Garten unweit des Einganges am Katzenburgweg, wo er teilweise strenge Fröste überstanden hat. Er hat dieses Jahr auch Früchte angesetzt, die aber nicht richtig reif werden. Inzwischen finden sich bei uns mit Feige, Steineiche, Steineibe und Olivenbaum schon mehrere Mittelmeer-Arten problemlos im Freiland in Kultur. Sind das die Vorboten des Klimawechsels? Auch die Hanfpalme, die am Eingang des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss steht, passt gut in dieses Bild.


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