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Pflanze des Monats April 2006

Gelbe Narzisse

Gelbe Narzisse
Bild: W. Barthlott

Narzissen sind mit rund 30 Arten vor allem im Mittelmeergebiet beheimatet und gehören in die Familie der Amaryllisgewächse. Viele davon werden bei uns als Zierpflanzen in Gärten kultiviert. Heimisch sind bei uns zwei Arten, die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) und die Weiße Narzisse (N. poeticus ssp. radiiflorus).

Die Gelbe Narzisse markiert im deutsch-belgischen Grenzgebiet in den Wiesentälern von Olef, Perlen- und Fuhrtsbach den Beginn des Frühlings, obwohl sie ursprünglich gar nicht aus Wiesen, sondern aus lichten Laubmischwäldern stammt. Man findet sie nur in Westeuropa in einem weiten Bogen von England über Deutschland und die Schweiz bis hin nach Frankreich.

Sie besitzt eine kleine Zwiebel, aus der sie in normalen Jahren schon Ende März bis Anfang April ihre Blüten treibt. Sie ist hervorragend an Laubwälder angepasst: im zeitigen Frühjahr, wenn das Laub der Bäume den Boden noch nicht beschattet, beginnt ihr oberirdischer Lebenszyklus, der mit der Belaubung des Kronendaches endet. Heute wächst sie jedoch überwiegend in Wiesen.

Zunächst treibt aus der Zwiebel eine Rosette flacher, schmal-linealischer, blaugrau bereifter Blätter. Die 20 bis 30 cm hohe, flach zusammengedrückte Sprossachse trägt an ihrem Ende meist eine, seltener zwei Blüten, die zierlicher und blasser gefärbt sind als die Blüten der Gartenformen.

Sie kommt in der Nordeifel in so großer Zahl vor, dass sie dort als Namengeber der "Narzissenwiesen" fungiert: im regionalen Naturschutz Symbol für die gemeinsamen Bemühungen deutscher und belgischer Naturfreunde zum Schutz der bäuerlichen Kulturlandschaft.

Die Gelbe Narzisse ist im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss in der Biotopanlage zu finden.


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