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Sammlungen

Pflanze des Monats September 2005

Die Passionsblume

Die Passionsblume

Passionsblumen mit ihren vollkommen strahlenden und symmetrischen Blüten sind für uns ein Symbol besonderer tropischer Üppigkeit und Exotik. In den Botanischen Gärten der Universität Bonn werden etwa 25 verschiedene Arten kultiviert. Einige blühen das ganze Jahr, viele ab dem Sommer, aber jetzt im September sind beinahe alle unsere Arten in Blüte.
Dazu gehört z. B. die altbekannte blaue Passionsblume (Passiflora caerulea), die an geschützten Stellen bei uns vollkommen winterhart ist. Ein schönes altes Exemplar wächst im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg außen am Gewächshaus.

Die Passionsblumen (Passiflora) sind amerikanische Pflanzen und besiedeln mit einer unglaublichen Fülle von etwa 460 verschiedenen Arten das subtropische und tropische Mittel- und Südamerika. Es gibt sie in beinahe allen Farben: von weiß über gelb, blau bishin zu leuchtend spektralrot - die letzteren werden dann von Kolibris bestäubt.

Als die ersten Passionsblumen im 17. Jahrhundert nach Europa kamen, erregten sie großes Aufsehen.
Man glaubte, in ihrer Blüte die Passion Christi zu erkennen: Der feine Strahlenkranz erinnerte an die Dornenkrone, die Griffel wurden als die Nägel gedeutet, die bei der Kreuzigung verwandt wurden, die ungelappten Blütenblätter als Lanzenspitzen der römischen Soldaten angesehen, die Staubfäden repräsentierten die Geißeln, der Androgynophor, eine Säule, die aus den mit den Griffeln verwachsenen Staubfäden besteht, stellte die Martersäule dar und der Blütengrund mit seinen 5 blutroten Tropfen symbolisierte die Wundmale Christi.

Einige Passionsblumen werden heute in den Tropen weltweit als Obstpflanzen kultiviert. Am bekanntesten ist die "Maracuja" (Passiflora edulis), ursprünglich aus Brasilien stammend. Ihr Saft ist vielen von uns bekannt. Es gibt auch Joghurt mit Maracuja. In den Obstregalen werden gelegentlich die ganzen Früchte angeboten, die man am besten direkt aus der Schale löffelt.

Zurecht werden die Passionsblumen als ästhetische Wunderwerke angesehen: ein Spaziergang durch die Botanischen Gärten im September lohnt sich und man kann über ein Dutzend Arten gleichzeitig in Blüte entdecken.


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