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Sammlungen

Pflanze des Monats Juli 2004

Die winterharte Hanfpalme

Die winterharte Hanfpalme
Zwei blühende alte Hanfpalmen am Eingang zum Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss: darüber freut sich Gärtnermeister Stefan Giefer ganz besonders.
Bild: W. Barthlott

Bei Palmen denken wir eher an Fernreisen: rund 2.800 Arten besiedeln die warmen Gebiete der Erde mit den Schwerpunkten tropisches Asien und tropisches Südamerika. Einige strahlen weit in die Subtropen aus. Die einzigen echt in Europa heimischen Palmen sind die Zwergpalme (Chamaerops humilis) im westlichen Mittelmeergebiet, die ihre natürliche Nordgrenze an der Riviera erreicht und dort sogar gelegentlich leichten Frost ertragen muss und die Dattelpalmen (Phoenix) aus dem südlichen Mittelmeergebiet.

Eine Palmenart ist nun besonders kältetolerant: die chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei). Sie stammt aus den Gebirgen Chinas und kann gelegentlich in einer Höhe bis 2.500 Meter ü. d. M. beobachtet werden: dort muss sie Fröste bis -17 Grad ertragen. Sie wird heute in entsprechenden Klimazonen auf der ganzen Welt kultiviert: z. B. an den oberitalienischen Seen und selbst im Schweizer Kanton Tessin ist sie noch häufig.

Mit einem leichten Winterschutz versehen, ist die Hanfpalme in den klimatisch günstigen Weinbaulagen Deutschlands weitgehend winterhart. An gut geschützten Stellen (z. B. in der Innenstadt) übersteht sie auch in Bonn die Winter. Das große Exemplar am Eingang Botanischer Garten ist rund drei Meter hoch und wurde, bevor es dort ausgepflanzt wurde, im Freien in der Bonner Innenstadt in einem Kübel 12 Jahre lang kultiviert.

Die Hanfpalme ist eine langsam wachsende Fächerpalme, die bis zu 10 Meter hoch werden kann. Der Stamm ist mit braunen Fasern bedeckt.

Außer der Hanfpalme kultivieren die Botanischen Gärten Bonn rund 68 Palmenarten aus allen Kontinenten. Eindrucksvoll sind die beiden Kentia Palmen in den Kübeln vor dem Haupteingang zu den Gewächshäusern. Vielleicht die merkwürdigste, aber auch seltenste Palme in den Bonner Gärten ist die Seychellennuss (Lodoicea maldivica) im großen Palmenhaus mit ihrem abstrusen bis 20 kg schweren Samenkorn.

In den Botanischen Gärten ist die Hanfpalme im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss im Eingangsbereich und im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg hinter den Gewächshäusern zu sehen.


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