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Pflanze des Monats Januar 2004

Die Welwitschia

Die Welwitschia
Weibliche Pflanze mit Zapfen
Bild: B. Möseler

Alles an dieser Pflanze ist merkwürdig, sie ist mit dem Tannenbaum verwandt, hat einen unterirdischen Stamm und nur zwei "Nadeln", die mehrere Meter lang werden können. Mit Recht bezeichnete daher der berühmte englische Botaniker Hooker eine Art, die ihm der österreichische Forschungsreisende Friedrich Welwitsch aus Angola gesandt hatte, als "hässlichste", zugleich aber als die "interessanteste Pflanze die je in das Vereinte Königreich gelangte". Auch Welwitsch war von seiner Entdeckung überwältigt, er schreibt, dass er seinen Augen nicht traute, als er die Pflanze um 1850 in der Wüste im Süden Angolas fand und stundenlang betrachtete. Die Rede ist von der Welwitscha (Welwitschia mirabilis), einer wirklich merkwürdigen Pflanze.

Die Welwitscha ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Exemplare. Besonders die weiblichen mit ihren kleinen Zapfen, zeigen, dass es sich um eine Verwandte unseres Weihnachtsbaumes, also um ein Nadelgewächs, handelt. Die Pflanze besitzt Zeit ihres Lebens nur zwei Blätter, Nadeln müsste man sagen, die immer weiter wachsen und an den Spitzen verwittern. Die Blätter sind ca. 30 cm breit und man kann die "Jahresringe" gut erkennen. Sie wächst inmitten einer der trostlosesten Landschaften auf der Erde, der Wüste Namib und kann an diesem extremen Standort nur durch besondere Anpassungen überleben. Das Wurzelwerk breitet sich unter der Oberfläche über eine riesige Fläche aus und kann daher auch die leichteste Feuchtigkeit schnell und effizient aufnehmen, darüber hinaus versucht die Pflanze mit einer Pfahlwurzel an das Grundwasser zu gelangen.

Die Welwitscha ist nur in der Namib im Süden Angolas und in Namibia an wenigen Stellen zu finden. Vermutlich ist diese Art auch nicht in der Wüste entstanden, sie ist nur in der Lage die Veränderungen der Vegetation und das "Austrocknen" der Landschaft zu überdauern.

In den Botanischen Gärten Bonn wachsen Welwitschia-Pflanzen im Sukkulentenhaus im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss. Dort sind mehrere Exemplare gepflanzt und eine weibliche und mehrere männliche Pflanzen blühen gerade.


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