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Sammlungen

Pflanze des Monats Dezember 2003

Die Stechpalme

Nur wenige Pflanzen haben einen so engen Bezug zu Weihnachten wie die Stechpalme (Ilex aquilifolium). Sie hat ein dunkelgrünes, hartes, stacheliges, immergrünes Laub, aus dem die knallroten Beeren herausleuchten.

Die Pflanze wird in vielen Ländern als etwas Besonderes angesehen: dies hat eine lange Tradition, denn bereits die keltischen Druiden verehrten die Stechpalme als heiligen Baum. In ihrem Glauben symbolisierten die roten Beeren die weibliche Lebensenergie, während die weißen Mistelbeeren (sie war Pflanze des Monats Dezember 2002) den männlichen Samen verkörperten. Zusammen hatten beide Arten eine wichtige Rolle bei der Wintersonnenwende als "mythisches Elternpaar", das im Frühling das neue Leben garantierte. Der englische Name "Holly" ist mit dem deutschen "heilig" verwandt und geht auf diese Bedeutung zurück. Auch einer weiterer deutscher Name, nämlich Heiliger Baum der Frau Holle knüpft in seiner Bedeutung hier an.

Mit Hilfe der Stechpalme wurden im Volksglauben unheilvolle Kräfte gebannt oder herbeigerufen. Daher rührt der Brauch in den angelsächsischen Ländern, Stechpalmenzweige zur Weihnachtszeit am Kamin aufzuhängen. Man wollte die bösen Geister daran hindern, durch den Kamin in das Haus zu gelangen.

In Deutschland ist die Stechpalme im Norden und Westen und Südwesten verbreitet. Lokal ist sie auch entlang entlang des Alpenrandes nach Osten zu finden. Sie steht unter Naturschutz und ist auch in Bonn, wo sie beinahe ihre Ostgrenze erreicht, nicht selten zu finden.

In den Botanischen Gärten Bonn wachsen Stechpalmen an mehreren Stellen. Die schönsten Exemplare finden sich im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloß entlang des Sachs-Ringes im linken, hinteren Teil der Anlage.


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