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Pflanze des Monats November 2003

Die Sumpfzypresse

Die Sumpfzypresse

Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) ist ein Nadelgehölz und kommt heute in den südlichen und südöstlichen Staaten der USA vor. Besonders häufig ist sie in den Everglades in Florida anzutreffen. Als Fossil ist diese Art weit häufiger verbreitet und gehört u.a. zur Braunkohlenflora des Rheinlandes. Im Tertiär wuchsen also Sumpfzypressen in Bonn.

Dieser bis maximal 50 m hoch werdende Baum wächst ausschließlich an periodisch überschwemmten Standorten, wie Sümpfe und Flussniederungen. An diesen Stellen steht der Baum oft monatelang im Wasser. Dort bilden sich häufig Brettwurzeln aus, die dem Baum eine höhere Standfestigkeit verleihen. Diese formen ein dichtes Geflecht von so genannten Atemknien, über deren Funktion man nicht genau Bescheid weiß. Vermutlich dienen sie dem Gasaustausch und ermöglichen dem Baum ein Überleben an sumpfigen Standorten. Ebenfalls für einen Nadelbaum ungewöhnlich ist das Abwerfen der Nadeln; wie die einheimische Lärche verliert auch die Sumpfzypresse im Spätherbst ihre Nadeln und ist den Winter über kahl.

Die ausgedehnten Vorkommen von Sumpfzypressen wurden bis auf kleinere Rest-Vorkommen vernichtet. Dies geschah einerseits durch das Trockenlegen der Standorte und andererseits durch die direkte forstliche Nutzung.

In unseren Parkanlagen ist die Sumpfzypresse regelmäßig zu finden. Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss wächst sie am jenseitigen Ufer des Melbweihers. Dort kann man sehr gut die Atemknie sehen. Das schönste Exemplar steht etwas weiter vom Weg entfernt und ist ausgeschildert.


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