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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats September 2018

Die Banksie

Die Banksie
Banksia serrata im Kübel vor den Gewächshäusern des Schlossgartens
Bild: M. Radscheit / Uni Bonn

In diesem Jahr feiern die Universität Bonn und die Botanischen Gärten ihr 200-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass haben wir für dieses Jahr den Verband der Botanischen Gärten e. V. (VBG) eingeladen, die Jahrestagung vom 20. bis zum 23. September 2018 in Bonn abzuhalten.

Als Symbol der erfolgreichen weltweiten Zusammenarbeit zwischen Botanischen Gärten haben wir die Banksia serrata als Pflanze des Monats September gewählt.

Botanische Gärten pflegen Pflanzensammlungen; sie setzen sich weltweit für Schutz, Erforschung und Erhalt von Pflanzenarten ein. Weltweit gibt es rund 3.500 Botanische Gärten, davon in der BRD rund 100, wovon etwa 60 zu Universitäten gehören, 30 zu Kommunen und 10 sich in anderer Trägerschaft befinden – die meisten davon sind im Verband Botanischer Gärten organisiert.

Der Samen- und Pflanzentausch zwischen botanischen Gärten kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Die meisten botanischen Gärten sammeln jedes Jahr Saatgut von den eigenen Beständen und versenden an andere Gärten die Tauschlisten („Index Seminum“). Diese können dann Bestellungen aufgeben und sich neue Pflanzen für ihre Sammlungen ertauschen – der gesamte Tauschverkehr erfolgt wie vor 200 Jahren gratis. Auf diese Art und Weise können verloren gegangene Pflanzen ersetzt, neue Sammlungsschwerpunkte aufgebaut oder Pflanzen für spezifische Forschungsprojekte erworben werden. Darunter sind sehr viele Pflanzen, die im Handel gar nicht erhältlich sind. Auch die Botanischen Gärten der Universität Bonn erstellen jedes Jahr einen Index Seminum mit Saatgut von rund 1.200 Pflanzenarten, die weltweit an 660 Botanische Gärten verschickt wird. Aus den Bonner Botanischen Gärten werden jährlich ca. 3.500 Samenportionen an durchschnittlich 250 Institutionen in allen Kontinenten versandt, umgekehrt erhalten wir von rund 100 Gärten weltweit Samenmaterial.

Das Saatgut unserer Banksien erhielten wir 1963 aus dem Index Seminum des Botanischen Gartens Perth in Australien. Heute präsentieren sich die daraus gezogenen Pflanzen stattlich vor dem Gewächshauseingang.

Umgekehrt werden jedes Jahr Samen von unseren Banksien abgenommen und an andere Gärten versandt – von allen Samen in unserem Tauschkatalog wird diese Art am meisten nachgefragt.

Die Gattung Banksia gehört zu den Silberbaumgewächsen (Proteaceen) und ist in Australien heimisch. Sie wurde zu Ehren des britischen Botanikers Sir Joseph Banks benannt, der Kapitän Cook als Botaniker auf seiner ersten Weltreise (1768-71) begleitete. Die Art Banksia serrata ist in Ostaustralien heimisch. Wie bei den meisten Banksienarten öffnen sich ihre Früchte nur unter dem Einfluss des Feuers – bis zu einem entsprechenden Waldbrand bleiben die Samen gegebenenfalls für Jahrzehnte in den Früchten eingeschlossen. Erst wenn ein Feuer den Baum erreicht und tötet führt die Hitze zur Öffnung der Früchte und die Samen fallen in den durch die Asche gedüngten Boden, wo sie nun keimen können.

Ohne Feuer kein Leben. Ohne Index Seminum keine Pflanzenvielfalt in Botanischen Gärten.

Öffnungszeiten der Botanischen Gärten: täglich außer samstags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.

Dr. Cornelia Löhne


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