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Pflanze des Monats Oktober 2017

Die Zwillingsblütige Agave

Die Zwillingsblütige Agave
Die zahlreichen, langen schmalen Blätter, an deren Rändern sich weiße Fasern kräuseln, machen die Zwillingsblütige Agave (Agave geminiflora) zu einer besonders attraktiven Pflanze. Foto: C. Löhne / Universität Bonn

Im Sukkulentenhaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss ist derzeit ein seltenes botanisches Highlight zu bewundern – eine unserer Agaven steht in voller Blüte. Bei der Zwillingsblütigen Agave (lateinisch: Agave geminiflora) ist der Name Programm: an einem sehr langen Blütenstand sitzen hunderte ca. 4 cm große Blüten stets paarweise, wie Zwillinge eben. Die einzelnen Blüten sind dabei recht unauffällig. Weithin sichtbar sind nur die langen, gelben Staubbeutel, die weit aus den Blüten heraushängen. In ihrer Heimat Mexiko kommen Bienen und andere Insekten, aber auch nektarsaugende Fledermäuse als Blütenbesucher und Bestäuber in Betracht. Beim Nektarsaugen rieselt dann der Pollen auf das Tier herab und wird so von einer Blüte zur anderen übertragen.

Es sind allerdings nicht die Blüten, sondern die Blätter, die Zwillingsblütige Agave (Agave geminiflora) zu einer besonders attraktiven Pflanze machen. Die langen schmalen Blätter stehen in kugelrunden Rosetten von ca. einem Meter Durchmesser. Auffallend sind die weißen Fasern, die sich an den Blatträndern kräuseln. Dies ist ein typisches Merkmal einiger nah verwandter Arten, die in den Gebirgen Nordwest-Mexikos vorkommen. Im Gegensatz Sisal-Agave (Agave sisalana) werden die Blattfasern der Zwillingsblütigen Agave jedoch nicht vom Menschen genutzt.

Wie die meisten Agaven wächst auch Agave geminiflora sehr langsam. Unser Exemplar ist rund 30 Jahre alt und ist insgesamt kaum höher als einen Meter. Da sie sich bislang nicht verzweigt hat und der Blütenstand ihren Spross nach oben hin abschließt, wird sie wohl – wie fast alle Agaven – nach der Samenreife absterben.

Die Gewächshäuser im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss sind im Oktober von montags bis freitags von 10-12 und 14-16 Uhr geöffnet, sonntags von 10-17.30 Uhr.

C. Löhne


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