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Sammlungen

Pflanze des Monats August 2003

Die Tomate

Die Tomate stammt vermutlich aus den Anden in Peru und Ecuador. Die erste Kulturform wurde wahrscheinlich von den Atzteken in Mexiko gezüchtet. Ihr atztekischer Name „tomatl“ wurde denn auch zur heutigen Bezeichnung. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae).

Nach Europa gelangte die Pflanze zusammen mit der Kartoffel schon bald nach der Entdeckung Amerikas. Aufgrund ihrer Giftigkeit und des strengen Geruchs wurden sie aber nicht gegessen und nur als Zier- und auch als Heilpflanze kultiviert. Eine Heilwirkung wurde der Tomate gegen Schwellungen, Albträume und Tollwut zugeschrieben und sie wurde als Gegenmittel bei Liebeszauber benutzt.

Interessant sind die verschiedenen Namen: Der französische Name „Pomme d´Amour“ sowie der alte deutsche Name „Liebesapfel“ deuten auf die angebliche Hilfe gegen Liebeszauber. Im Italienischen heißt sie „Pomodoro“, was „Goldapfel“ bedeutet und auf die Herkunft aus dem Goldland (Eldorado) hinweist, vielleicht aber auch nur auf die früher wesentlich häufigere gelbe Farbe der Früchte. Und schließlich heißt sie noch „Paradiesapfel“ oder „Paradeiser“, vielleicht weil sie zugleich blüht und fruchtet.

In Deutschland wurde die Tomate als Fruchtgemüse erst sehr spät bekannt. Ein nennenswerter Anbau begann erst nach dem ersten Weltkrieg. Heute ist die Tomate eine der wichtigsten Gemüsepflanzen und es wurden weltweit über 10.000 Sorten gezüchtet. Sie wird nicht nur kommerziell genutzt, sondern erfreuen sich auch einer großen Begeisterung bei Hobbygärtnern, denen heute eine Vielzahl vollkommen in der Frucht- und Wuchsform, in Farbe und im Geschmack unterschiedliche Sorten zur Verfügung stehen. Man unterteilt sie in Fleisch-, Flaschen-, Kirsch-, Strauch- und, seit Neuestem, Ampel-Tomaten.
Weltweit wurden 1994 über 77.540.000 t Tomaten angebaut, in Deutschland werden davon 460.000 t verbraucht.

Die Nachtschattengewächse zu denen die Tomate gehört enthalten oftmals sehr viele Inhaltsstoffe, von denen einige auch giftig sind. Das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) und die Tollkirsche (Atropa belladonna), zwei auch in Deutschland vorkommende Giftpflanzen gehören z.B. in diese Pflanzenfamilie. Im grünen Laub und in den grünen Früchten der Tomate ist das Alkaloid Solanin enthalten, das zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen kann. Während des Reifeprozesses der Tomaten wird es abgebaut und es bilden sich Lycopin und Carotin. Außerdem sind die Früchte reich an Vitaminen, besonderes Vitamin A und C. Lycopene färben die Tomaten rot und sind gleichzeitig Zellschutzstoffe. Beim Menschen stärken sie die innere Zellstruktur und fördern den Zellstoffwechsel. Neue Forschungsergebnisse weisen daraufhin, dass das Lycopin und die Carotinoide den Abbau von freien Radikalen im Körper unterstützen. Der Inhaltsstoff Lycopin ist in Anti-Krebs-Mittel zu finden.


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