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Pflanze des Monats August 2017

Quito-Orange

Quito-Orange
Blüten der Quito-Orange oder Naranjilla (Solanum quitoense)
Foto: C. Löhne / Universität Bonn

Die Quito-Orange ist eine hierzulande kaum bekannte Nutzpflanze aus den südamerikanischen Tropen. Sie wird in den warmen und feuchten Hochlagen der Anden, von Peru bis nach Mittelamerika hinein angebaut und ist wegen des einzigartigen Aromas ihrer Früchte sehr beliebt. Die Früchte sind allerdings so sauer, dass sie nicht direkt gegessen, sondern mit reichlich Zucker zu Säften, Sorbets und anderen Süßspeisen verarbeitet werden. Da sich die Früchte nicht für industriellen Anbau und weite Transportwege eignen, spielen sie nur für den Eigengebrauch und auf lokalen Märkten eine Rolle. Dort ist die Quito-Orange unter verschiedenen Namen bekannt, z.B. unter der Quechua-Bezeichnung „Lulo“ oder dem spanischen Namen „Naranjilla“.

Naranjilla bedeutet „kleine Orange“ und deutet auf die orangefarbenen Früchte hin. Verwandt ist die Quito-Orange jedoch eher mit den Tomaten. Sie wächst als stattliche, mehrjährige Staude, die in geeigneten Lagen bis zu drei Meter hoch werden kann. Sie benötigt zum Gedeihen eine regelmäßige und reichhaltige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen.

Unsere Pflanzen stehen im Eingangsbereich des Nutzpflanzengartens am Katzenburgweg 3. An ihnen sind zurzeit die ca. 3 cm großen, weißen Blüten und auch schon die unreifen, tomatengroßen Früchte zu sehen. Die samtige Behaarung und der leicht violette Farbton der Blätter und Blütenknospen machen die Quito-Orange zu einer sehr attraktiven, wenn auch anspruchsvollen Kübelpflanze.

Übrigens: Die Quito-Orange wird schon seit Jahrhunderten von Menschen angebaut. Erste Hinweise auf die Kultivierung stammen aus dem südlichen Kolumbien und dem nördlichen Ekuador des 17. Jahrhunderts. Woher genau die Pflanze jedoch stammt, ist heute nicht mehr nachvollziehbar, denn sie kommt nur noch als Kulturpflanze vor. Eine Wildform existiert anscheinend nicht mehr.

Dr. Cornelia Löhne


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