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Sammlungen

Pflanze des Monats März 2017

Die Nipapalme

Die Nipapalme
Die Nipapalme (Nypa fruticans) ist eine Besonderheit im Victoria-Gewächshaus der Botanischen Gärten Bonn.
Foto: C. Löhne

Die Nipapalme (Nypa fruticans), auch Mangrovenpalme genannt, wächst natürlicherweise in den Küstengebieten des tropischen Südostasiens – von Ostindien bis Nordaustralien. Dort kann sie in den von den Gezeiten beeinflussten Mangrovengebieten und entlang der Flussmündungen umfangreiche Bestände ausbilden. Während sie in Ihrer Heimat also sehr häufig vorkommt, ist sie in Deutschland etwas Besonderes. Die Kultur dieser Palmenart ist sehr schwierig und glückt nur selten – vor allem der Lichtmangel im Winter setzt ihr sehr zu. Daher sind wir froh darüber, dass unser Exemplar die dunkle Jahreszeit gut überstanden hat und sich nun im Victoriagewächshaus besonders schön präsentiert.

Unsere Nipapalme ist noch jung und mit zwei Metern Höhe daher recht klein. Bei ausgewachsenen Exemplaren in der Natur werden die Blätter drei bis sechs, manchmal sogar bis zu 10 Meter lang. Der Stamm dieser Palmenart wächst unterirdisch im Schlick, nur die Blätter, Blüten und Früchte schauen heraus. Unser Exemplar hat allerdings noch lange nicht das blühfähige Alter erreicht.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist die Nipapalme etwas Besonderes: der Aufbau der Blüten, Blütenstände und Früchte ist einzigartig innerhalb der Palmengewächse. Sie wurde daher in eine separate Unterfamilie gestellt. Außerdem hat man auf der ganzen Welt Fossilien dieser Art gefunden, die zum Teil über 60 Millionen Jahre alt sind. Die Nipapalme war also in früheren, wärmeren Erdzeitaltern sehr weit verbreitet.

Dr. Cornelia Löhne


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