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Pflanze des Monats Mai 2016

Zweiblättrige Schattenblume

Zweiblättrige Schattenblume
Die Zweifarbige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Foto: U. Sobick

Die Zweiblättrige Schattenblume (Maianthemum bifolium) gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die Pflanze ist sehr klein und entwickelt, wie ihr Name sagt, nur zwei Laubblätter. Die Blüten sind klein, weiß, duftend und stehen in endständigen Trauben.

Diese Art gehört zu den Geophyten, das sind Pflanzen, die mit Überdauerungsorganen (z.B. Zwiebeln, Rhizome) ungünstige Zeiten, wie den Winter überdauern können. Mit Hilfe der in diesen Organen gespeicherten Nährstoffen können diese Arten sehr zeitig im Frühjahr austreiben. In einem Buchenwald können sie dann die Zeit vor dem Laubaustrieb der Bäume zum Wachsen, Blühen und Samen bilden ausnutzen. Nachdem die Buchen ihre Blätter ausgebildet haben, ist es am Boden für die meisten kleineren Arten viel zu Dunkel zum Wachsen. Auf genau diese Zeitspanne haben sich Frühlingsgeophyten, wie die Zweiblättrige Schattenblume, angepasst.

Die Zweiblättrige Schattenblume enthält giftige Digitalisglykoside und Cumarin, jeweils aber nur in sehr schwachen Konzentrationen. Selbst wenn man die roten Beeren mit Preiselbeeren verwechselt, besteht keine wirkliche Gefahr.

Ein schöner Bestand der Zweifarbigen Schattenblume ist im Biotop, im nährstoffarmen Buchenwald und im Nutzpflanzengartenzu finden.

Dr. Wolfram Lobin


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