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Pflanze des Monats August 2015

Gewöhnlicher Teufelsabbiss

Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Foto: P. Testroet

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg zur Blume des Jahres 2015 gekürt. Wir möchten diese Pflanze demnach als Pflanze des Monats August besonders hervorheben.

Der Teufelsabbiss zählt nach neuester Systematik zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae), in die zum Beispiel auch der Baldrian oder die Schneebeeren gehören. Zu seinem spektakulären deutschen Namen kam die Pflanze, da ihr Rhizom eine spezielle Gestalt aufweist: Dieses sieht aus, als wäre es von unten (vom Teufel) abgebissen worden. Dies rührt daher, dass es langsam von unten her abstirbt und nach oben weiter wächst. Der wissenschaftliche Gattungsname „succisa“ kommt vom lateinischen succisio („Abschneiden“).

In seinem Rhizom speichert der Teufelsabbiss als Hemikryptophyt Nährstoffe über die ungünstige Jahreszeit im Winter. Er ist zudem gynodiözisch, was bedeutet, dass es Individuen mit ausschließlich weiblichen aber auch solche mit zwittrigen Blüten gibt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Dabei stehen 50 bis 80 Blüten zusammen in einem köpfchenartigen Blütenstand, der von grünen Tragblättern umgeben ist. Die einzelnen Blüten sind violett. Die Staubblätter ragen deutlich über die Blütenkrone empor, werden jedoch ihrerseits noch von den Griffeln überragt. Der Kelch ist stark reduziert.

In Deutschland findet man die Pflanze vor allem in montanen Regionen, wie dem Schwarzwald oder den Alpen, auf sumpfigen Magerwiesen. In einigen Bundesländern ist er auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Pflanze dient vielen Schmetterlingen als Nektarlieferant und deren Raupen als Futterpflanze und übernimmt somit auch eine wichtige Rolle im Ökosystem.

In den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss ist der Teufelsabbiss in der Biotopanlage und im Freiland in der Systematischen Abteilung bei den Caprifoliaceae (inkl. ehemalige Dipsacaceae) zu finden.

Dr. Wolfram Lobin


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