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Pflanze des Monats Mai 2015

Maiglöckchen

Maiglöckchen
Foto: W. Lobin

Die Blätter des Maiglöckchens (Convallaria majalis) ähneln auf den ersten Blick jenen des Bärlauchs, riechen jedoch nicht nach Lauch. Trotzdem kommt es immer wieder zu teils tödlich verlaufenden Verwechslungen. Maiglöckchen sind stark giftig und enthalten verschiedene Glykoside.

Beheimatet ist unsere Pflanze des Monats in fast ganz Europa. Zuchtformen finden sich aber in Gärten und Parks weltweit. Eigentlich ist es eine typische Pflanze im Unterwuchs von europäischen Buchen- Eichenwäldern, wo es dichte Bestände ausbilden kann. Ökologisch zählt es zu den im Frühjahr blühenden Geophyten, welche einen Großteil des Jahres mit Speicherorganen unter der Erde fristen.

Die mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) bildet einen unterirdischen Spross (Rhizom), der überdauert und sich stark ausbreitet. Die elliptischen Laubblätter entspringen in Paaren dem Rhizom. Zwischen April und Juni erscheinen die breitglockigen, weißen und süßlich duftenden Blüten. Als Frucht werden bei Reife rot gefärbte Beeren gebildet.

Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders aber Blüten und Früchte. Im Jahr 2014 wurde sie daher auch zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Vergiftungserscheinungen bei äußerlichem Kontakt sind Haut- und Augenreizungen. Die Symptome bei Aufnahme durch den Mund reichen von Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Schwindel, bis hin zu verlangsamter Atmung und Herzstillstand. Besonders Kinder sind gefährdet. Diese Wirkung der Pflanzenteile wurde schon früh erkannt, weshalb sie in geringen Dosen in der Volksheilkunde bei Herzbeschwerden eingesetzt wurde.

Im Schlossgarten ist das Maiglöckchen im Arzneipflanzenteil zu finden.

Dr. Wolfram Lobin


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