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Pflanze des Monats Januar 2015

Christrose

Christrose
Foto: W. Lobin

Die Christrose (Helleborus niger) gehört zu den Nieswurz-Arten. Es handelt sich um sehr beliebte Gartenpflanzen, von denen es viele gezüchtete Sorten gibt.

Die Gattung Helleborus gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) und umfasst ca. 15 – 25 Arten, die von Europa bis China verbreitet sind. Alle Arten sind giftig.

Die Christrose ist vor allem in den Alpen verbreitet, in Deutschland ist sie selten. Beliebt ist diese frühblühende, immergrüne Art wegen ihrer sehr auffallenden, großen, weißen Blüten, die sich um Weihnachten herum öffnen. Es gibt von ihr zahlreiche Züchtungen, die bei uns winterhart sind. Es handelt sich um eine kleinere Staude mit einem kräftigen Rhizom. Interessant ist auch der Fruchtstand, die einzelnen Balg-Früchte sind nicht zu einem Fruchtknoten verwachsen, wie das bei der Mehrzahl unserer einheimischen Pflanzenarten der Fall ist.

Die Christrose enthält vor allem Helleborin, ein Herzglykosid. Dieses ist hochgiftig und kann zum Herzstillstand führen. In entsprechend geringen Dosen wird es bei Herzerkrankungen eingesetzt. Früher wurde die Christrose als Abführ- oder Wurmmittel eingenommen. In der Homöopathie spielt sie auch heute noch eine Rolle und wird z.B. bei Epilepsie, heftigen Kopfschmerzen und Brechdurchfall angewendet. Eine der bekanntesten einheimischen Arten ist die Nieswurz (Helleborus foetidus), die im Rheinland nicht selten ist. Sie ist eine der Arten, die die ersten Blüten im Jahr hervorbringen. Sie kann schon im Januar blühen und hat eine ähnliche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe wie die Christrose. Einige der anderen Komponenten der Pflanzen reizen sehr stark und lösen ein Niesen aus - daher der Name Nieswurz. Gerieben wurde Nieswurz teilweise Schnupftabak beigemischt (z.B. dem Schneeberger Schnupftabak).

Die Christrose blüht im System 1, die Stinkende Nieswurz im Biotop und im System 1.

Dr. Wolfram Lobin


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