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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats Oktober 2014

Pfaffenhütchen

Pfaffenhütchen
Frucht des Pfaffenhütchens (Euonymus europaeus)
Foto: M. Weigend

Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus) ist auch unter dem Namen Pfaffenhütchen bekannt, da die Form seiner Früchte der Kopfbedeckung (Birett) katholischer Geistlicher ähnelt. Der Strauch zählt zu der eher tropisch verbreiteten Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae). Er zeichnet sich durch die stumpf vierkantigen Zweige aus, auf denen bis zu vier schmale Korkleisten vorhanden sind. Die Laubblätter sind gegenständig an den Zweigen angeordnet, sie zeigen teilweise eine rötliche Herbstfärbung und werden vor dem Winter abgeworfen.

Das Pfaffenhütchen blüht von Mai bis Juni, die Blüten sind zwittrig und relativ unscheinbar. Nektar wird an einer fleischigen Scheibe (Diskus) abgesondert und lockt die Bestäuber, besonders Fliegen und Ameisen, an. Die namensgebenden, karminroten Kapselfrüchte reifen schließlich im September und Oktober und öffnen sich an vier Klappen. Hervor treten ein bis vier Samen, die durch einen fleischigen und orangerot leuchtenden Samenmantel (Arillus) umgeben sind. Diese locken nun Vögel an, welche für die Verbreitung der Samen sorgen.

Das Pfaffenhütchen kommt in ganz Europa vor, Schwerpunkt der Verbreitung ist jedoch Mitteleuropa. Im Herbst zieren seine roten Fruchtstände sehr dekorativ auch die Wanderwege in unserer Umgebung wie im Siebengebirge, der Eifel oder im Ahrtal.

Die Pflanzenteile sind giftig, vor allem in den Samen befinden sich Steroidglykoside.
In früheren fanden Zeiten fanden daher die getrockneten und zermahlenen Früchte Verwendung als Insektizid. Das so gewonnene Pulver wurde auf Kleider gestreut oder als Salbe gegen Kopfläuse eingesetzt.

In den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss ist das Pfaffenhütchen in der systematischen Abteilung (Celastrales) und am Weiher in der Biotopanlage zu sehen.

Sommer-Öffnungszeiten: täglich außer samstags 10 – 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Schaugewächshäuser Montag – Freitag von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.
Eintritt an Sonn- und Feiertagen 3 €, ermäßigt 1 €
An Samstagen sind die Botanischen Gärten immer geschlossen.

Dr. Wolfram Lobin


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