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Sammlungen

Pflanze des Monats August 2014

Blutweiderich

Blutweiderich
Foto: W. Lobin

Der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) wächst bevorzugt an feuchteren Standorten an Ufern von Gewässern, in Röhrichten oder Sümpfen. Er ist in Europa, Asien und Australien verbreitet. In Nordamerika gilt die im 19. Jahrhundert durch den Menschen eingeführte Art als lästig und breitet sich rasch aus.
Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die von Juni bis September mit purpurroten Scheinähren auffällig blüht.

Schaut man sich den Aufbau der Blüten genau an, fällt auf, dass es drei verschiedene Blütentypen gibt (Tristylie), wovon pro Individuum nur ein Typ vorkommt. Es gibt:
- Blüten mit langen Griffeln und mittellangen und kurzen Staubblättern
- Blüten mit mittellangen Griffeln und langen und kurzen Staubblättern
- Blüten mit kurzen Griffeln und langen und mittellangen Staubblättern

Schon Charles Darwin fiel dieser Unterschied auf und er konnte zeigen, dass nur bei einer Kreuzbestäubung der unterschiedlichen Typen ein optimaler Samenansatz entsteht. Die Tristylie dient also zur Erhöhung der Chance einer Fremdbestäubung und führt damit zu einem erhöhten Genaustausch.

Der Blutweiderich zählt zur eher tropisch und subtropisch verbreiteten Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae), in der zum Beispiel auch der Granatapfel zu finden ist.

Die Pflanze weist einen recht hohen Gerbstoffgehalt aus, weshalb sie früher auch zum Gerben von Leder verwendet wurde.

In den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss ist der Blutweiderich im Freiland an verschiedenen Stellen zu sehen, z.B. in der systematischen Abteilung (Kranichbecken) oder am Melbweiher.

Sommer-Öffnungszeiten: täglich außer samstags 10 – 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Schaugewächshäuser Montag – Freitag von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.
Eintritt an Sonn- und Feiertagen 3 €, ermäßigt 1 €
An Samstagen sind die Botanischen Gärten immer geschlossen.

Philip Testroet


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