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Sammlungen

Pflanze des Monats Juli 2014

Mammutblatt

Mammutblatt
Blaualgen im Blattstiel vom Mammutblatt
Foto: P. Testroet

Das Mammutblatt (Gunnera tinctoria) stammt aus Chile. Es handelt sich dabei um eine Staude, deren Blätter bis zu 3 m groß werden können, womit die Pflanze ein überaus imposantes Bild abgibt.

Die Gattung Gunnera umfasst ca. 40 Arten, die alle auf der Südhalbkugel verbreitet sind. Nicht alle Arten erreichen eine so enorme Größe wie das Mammutblatt, es gibt auch Zwergformen darunter. Sie gehören in eine eigene Familie, den Gunneraceae.

Die Pflanzen bestehen aus einem unterirdischen Sprossachsensystem (Rhizom), an dem sich die gigantischen Blätter entwickeln. Die Blattstiele sind mit Stacheln versehen, die Blattspreite fühlt sich sehr rau an. Im Herbst sterben die Blätter ab. Das Rhizom muss bei uns durch eine Laubschickt geschützt werden, ansonsten ist die Pflanze problemlos winterhart. Die Blüten sind sehr klein und stehen zu tausenden in Blütenständen zusammen.

Das Mammutblatt weist eine interessante Besonderheit auf: An der Basis der Blattstiele sind Kolonien von Blaualgen (Cyanobakterien) zu finden. Die beiden verschiedenen Arten bilden eine Lebensgemeinschaft (Symbiose). Blaualgen sind die einzigen Lebewesen, die in der Lage sind, den Luftstickstoff zu binden und in den Kreislauf des Lebens einzuführen. Normalerweise fixieren die BlaualgenLuftstickstoff, welcher nach ihrem Absterben von anderen Lebewesen (Pilze, Bakterien) bei der Zersetzung aufgenommen wird. Das Mammutblatt macht sich diese spezielle Fähigkeit der Blaualgen direkt zu nutze. Im Austausch mit Kohlenstoffverbindungen, Wasser und einem sicheren Lebensraum, erhalten die Pflanzen den gebundenen Stickstoff. Diese Symbiose ist ein eleganter Weg, an den begehrten Stickstoff zu gelangen.

In den Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss ist das Mammutblatt im Freiland an verschiedenen Stellen zu sehen, z.B. in der systematischen Abteilung oder am Melbweiher.

Sommer-Öffnungszeiten: täglich außer samstags 10 – 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Schaugewächshäuser Montag – Freitag von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.
Eintritt an Sonn- und Feiertagen 3 €, ermäßigt 1 €
An Samstagen sind die Botanischen Gärten immer geschlossen

Philip Testroet


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