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Sammlungen

Pflanze des Monats Dezember 2013

Eibe

Eibe
Fotos: W. Lobin

Eines der bekanntesten Gehölze bei uns ist die Eibe (Taxus baccata). In beinahe jeder Park- und Gartenanlage ist sie zu finden. Mit ihren roten „Früchten“ ist sie jedem bekannt.

Weniger bekannt ist, dass die Eibe auch ein einheimischer Baum ist, der noch im Mittelalter im Unterwuchs unserer Wälder verbreitet war. Das Holz ist sehr hart und zäh und wurde vielfältig genutzt. Bereits vor 300.000 Jahren wurden Lanzen aus Eibenholz gefertigt, und auch Ötzi hatte einen Eibenbogen bei sich auf seiner letzten Wanderung. Im Mittelalter waren die englischen Langbogen-Schützen gefürchtet. Pfeile, die sie mit ihrem Eibenbogen verschossen, durchschlugen jede Ritterrüstung. All dies trug dazu bei, dass die Eibe aus unseren Wäldern verschwand und heute dort vom Aussterben bedroht ist.

Sie ist sehr vielgestaltig und kann als Strauch oder Baum wachsen. Es gibt nur ganz wenige Eiben-Bäume, die 15 m hoch sind. Man kann sie sehr guten schneiden, sodass sie gerne als Heckenpflanze gebraucht wird. Sie ist immergrün und in allen ihren Teilen äußert giftig, ausgenommen sind der rote Arillus (Samenmantel) und der Pollen.

Die Eibe gehört in die Familie der Eibengewächse (Taxaceae), die vier weitere Gattungen Amentotaxus, Austrotaxus, Pseudotaxus und Torreya umfasst. Alle enthalten mehr oder weniger hohe Konzentrationen von Taxanen. Diese chemischen Verbindungen sind natürliche Zytostatika und hemmen das Wachstum von Zellen. Deshalb spielen sie in der Krebstherapie eine große Rolle.

Die Eibe wächst sehr langsam und kann über 1.000 Jahre sehr alt werden.

Eiben stehen an verschiedenen Stellen im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss. Eine schön fruchtende befindet sich jenseits des Melbweihers.

Winter-Öffnungszeiten: Montag - Freitag 10 – 16 Uhr.
An Wochenden und Feiertagen ist geschlossen.
Schaugewächshäuser montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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