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Sammlungen

Pflanze des Monats April 2003

Der Riesen-Natternkopf

Ozeanische Inseln sind für Biologen häufig ganz besonders interessant. Die Evolution geht dort oft ganz eigene Wege - dazu gehört die merkwürdige Erscheinung des "Insel-Gigantismus". Ein wahrhaft gigantisches Beispiel steht im Kalthaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss mit 5 m Höhe in voller Blüte: der Riesen-Natternkopf (Echium pininana) von den Kanarischen Inseln.

Die Natternköpfe gehören zu den Rauhblatt- oder Borretschgewächsen und sind mit etwa 20 Arten als relativ bescheidene Pflanzen im Mittelmeergebiet verbreitet. Der blaublühende gemeine Natternkopf (Echium vulgare) kommt als etwa kniehohe Pflanze bei uns in Deutschland an trockenen, sonnigen Stellen vor.

Auf den Kanarischen Inseln, aber auch auf Madeira und den Azoren sind diese Natternköpfe gewissermaßen außer Rand und Band geraten: etwa 30 eigene Arten sind dort entstanden. Sie können erstaunlich groß werden: im 1. Jahr bilden sie eine gewaltige Blattrosette aus, im 2. Jahr schießt wie bei unserem Echium pininana von der Insel La Palma eine etwa 5 m hohe Blütenkerze in die Höhe. Eine weitere herrliche Art, die in der Regel im Mai im Botanischen Garten zur Blüte kommt, ist der Teide-Natternkopf aus Teneriffa.

Im Botanischen Garten werden die Pflanzen aus Samen gezogen und blühen im 2. Jahr. Anschließend stirbt die Pflanze ab und wie die meisten Mittelmeerpflanzen werden sie im sogenannten "Kalthaus" kultiviert. Im Prinzip ist die Kultur ähnlich wie bei einem Oleander - aber auf Grund der enormen Größe sind die Riesen-Natternköpfe offensichtlich nicht für das Fensterbrett geeignet.


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